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"Neuer Maßstab": Dr. Herbert Diess präsentiert den Volkswagen T-Roc.
"Neuer Maßstab": Dr. Herbert Diess präsentiert den Volkswagen T-Roc.(Foto: Axel F. Busse)
Donnerstag, 24. August 2017

Kein höher gelegter Golf: Weltpremiere für den VW T-Roc

Von Axel F. Busse

Viele sind schon da, aber im Segment der Kompakt-SUV scheint immer noch Platz für Neues zu sein. So muss sich Volkswagen keine ernsthaften Sorgen um den Erfolg des Modells T-Roc machen, das am Comer See seine offizielle Weltpremiere feiert.

Chefdesigner Klaus Bischof erläutert die Eigenheiten des Stylings des VW T-Roc.
Chefdesigner Klaus Bischof erläutert die Eigenheiten des Stylings des VW T-Roc.(Foto: Axel F. Busse)

Obwohl die ganz mächtigen Vertreter ihrer Bauart ein bisschen aus der Mode zu kommen scheinen, bleiben SUV ein für die Autohersteller lukratives Zukunftsthema. Alle Prognosen sehen noch kein Ende des Booms, weshalb Volkswagen mit dem T-Roc die Chance hat, Geschichte erneut zu wiederholen. Als Vans noch groß in Mode waren, kam Volkswagen spät mit dem Touran – und er wurde ein Erfolg. Klappdach-Cabrios hatten andere schon längst, doch auch der Eos wurde ein gefragtes Modell. Jetzt haben viele andere Hersteller bereits ihr Kompakt-SUV am Markt platziert, doch der T-Roc wird aller Voraussicht nach die Wolfsburger nicht enttäuschen.

Eigenständige Formsprache

Auch wenn der Verdacht nahe liegt, der T-Roc ist kein höher gelegter Golf. Seine Eigenständigkeit unterstreicht der 4,23 Meter kurze Fünftürer durch eine Formensprache, die kein Vorbild in der Modellpalette hat. Volkswagen wird sich in den nächsten Jahren so sehr zur SUV-Marke entwickeln, dass im Jahr 2020 zum vorläufigen Ende der Neuheiten-Initiative weltweit 19 verschiedene SUV-Modelle rund 40 Prozent der globalen Pkw-Verkäufe mit dem VW-Logo ausmachen. Diese Vision entwarf VW-Markenvorstand Dr. Herbert Diess bei der Premiere am Mittwochabend.

Auch im Innenraum will der VW T-Roc Eigenständigkeit beweisen.
Auch im Innenraum will der VW T-Roc Eigenständigkeit beweisen.(Foto: Volkswagen)

"Ein neuer Maßstab im Kompakt-SUV-Segment" solle der T-Roc werden, stellte Diess in Aussicht, der mit emotionalem Design, hochwertiger Ausstattung und vielen Möglichkeiten der Individualisierung neue Kunden für die Marke Volkswagen gewinnen werde. Wie der Golf basiert der T-Roc auf dem Modularen Querbaukasten (MQB), hat aber zum Beispiel zwei Zentimeter weniger Radstand als der Marktführer der Kompakt-Limousinen. Bei der Motorisierung wird nicht gekleckert: Bis zu 190 PS (mit einem Turbo-Benziner) sind in der T-Roc-Variantenskala vorgesehen. Was allerdings derzeit nicht zur Planung gehört, ist ein Erdgas-Antrieb. Und das, obwohl der Konzern nach eigener Aussage "bis zum Jahre 2025 die Zahl der CNG-betriebenen Fahrzeuge in unserer Flotte um das Zehnfache" erhöhen will. Bis auf Weiteres sollen Erdgas-Motoren den Modellen Up!, Polo, Golf und Golf Variant vorbehalten bleiben.

Das SUV-Dilemma

Wie andere Produzenten auch steckt Volkswagen in einem Dilemma: Gern würden sie kleine, leichte und verbrauchsärmere Fahrzeuge anbieten, doch die Kunden gieren nach SUV, die bauartbedingt größer, schwerer und nicht nur bei Allradantrieb weniger sparsam zu betreiben sind, als zum Beispiel herkömmliche Limousinen. Auch der T-Roc hat eine Allradoption, die 15 Millimeter mehr Bodenfreiheit als beim Golf und die schwarze Seitenbeplankung weisen ihn als potenziellen Geländegänger aus. Produziert wird der T-Roc in Portugal.

Vor etwas mehr als drei Jahren hatte Volkswagen auf dem Autosalon in Genf die Konzept-Studie des T-Roc vorgestellt. Von diesem Showcar sollten, so Designchef Klaus Bischof, möglichst viele Elemente in die Serie übernommen werden. Charakteristisch für den Auftritt des T-Roc wird die Signatur des Tagfahrlichts sein, die als LED-befeuerte Doppelraute links und rechts unterhalb des Kühlergrills die typische und unverwechselbare Erscheinung des Neulings gewährleisten soll.

Eine Wiederkehr des Außenlacks im Innenraum, große Monitore in Touchscreen-Technik und das komplette Arsenal an Assistenz-Systemen – so will der T-Roch auf Kundenfang gehen. Die müssen sich allerdings auch auf Hartplastik gefasst machen, was den gehobenen Anspruch des Produkts etwas konterkariert. Von den Preisen weiß man derzeit nur, dass sie um 20.000 Euro beginnen sollen. Mit 50 Prozent Aufschlag sollte rechnen, wer einen starken Motor, gute Ausstattung und vor allem elektronische Helferlein verlangt. Schon im November sollen die ersten Exemplare auf den deutschen Straßen sein.

Quelle: n-tv.de

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