Panorama
Video

Ursache des Zugunglücks unklar: Aufräumarbeiten in Bad Aibling beginnen

Mit Hochdruck versuchen Ermittler die Ursache für das Zugunglück in Oberbayern herauszufinden. Die ist noch immer unklar - Ministerpräsident Seehofer verbittet sich Spekulationen. Derweil laufen die Aufräumarbeiten an.

Am Tag nach dem Zugunglück in Bayern haben Aufräumarbeiten an der Unfallstelle begonnen. "Die Bergung der Regionalzüge in Bad Aibling kommt schrittweise voran", teilte die Bahn mit. Die ineinander verkeilten Züge sollen zunächst getrennt und dann in Teilen geborgen werden. Derweil ist die Ursache des schweren Zugunglücks in Oberbayern mit zehn Toten weiter unklar. Medienberichten zufolge war die Ursache womöglich menschliches Versagen. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer brachte bei einem Besuch an der Unglücksstelle seine Betroffenheit zum Ausdruck.

Bilderserie

Nachdem zunächst noch ein elftes Todesopfer in den Zugtrümmern vermutet worden war, konnten die Einsatzkräfte am Dienstagmorgen dazu Entwarnung geben. Überprüfungen hätten ergeben, dass niemand mehr vermisst werde, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern mit. Der Gesundheitszustand einiger Schwerverletzter war demnach aber "nach wie vor ernst".

Unter den zehn Toten waren den Angaben zufolge neun Männer im Alter zwischen 24 und 59 Jahren. Alle stammen demnach aus den Landkreisen Rosenheim und Traunstein. Bei einem Opfer stehe die Identität noch nicht sicher fest. Auch bei den Verletzten handele es sich fast ausschließlich um Erwachsene, die überwiegend aus der Region kämen.

Hinweise auf menschliches Versagen

Video

Zur möglichen Ursache für das Zugunglück wollten sich die Ermittler nicht äußern. Aussagen zur Unglücksursache "können und werden'" seitens der Behörden derzeit nicht getroffen, erklärte das Polizeipräsidium. Die Ermittlungen würden "kompliziert, aufwändig und zeitraubend". Auch Bayerns Ministerpräsident Seehofer sagte, er werde nicht die "geringste Spekulation" anstellen. Bisher gebe es keine Hinweise auf einen technischen Fehler oder auf Fehler bei der Signalbedienung durch einen der Lokführer, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. 

In Zeitungsberichten war davon die Rede, dass das Unglück womöglich auf menschliches Versagen zurückzuführen sei. Nach den vorläufigen Ermittlungen von Bundespolizei und Eisenbahnbundesamt verdichteten sich Hinweise darauf, dass der Fahrdienstleiter im Stellwerk den beiden aufeinander zu fahrenden Zügen gleichzeitig die Einfahrt in den Streckenabschnitt erlaubt habe, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine "gut informierte Quelle".

Zuvor hatte bereits das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, Grund für das Unglück sei offenbar eine "verhängnisvolle Fehlentscheidung" eines Bahnmitarbeiters gewesen. Dieser soll demnach das automatische Signalsystem ausnahmsweise außer Kraft gesetzt haben, um einen verspäteten Triebwagen noch "quasi von Hand durchzuwinken". Der entgegenkommende Zug habe ebenfalls grünes Licht bekommen.

Bayerns Ministerpräsident Seehofer besuchte begleitet unter anderen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Bahnchef Rüdiger Grube den Unglücksort. Er traf dabei auch mit Einsatzkräften und Verletzten des Unglücks zusammen. Es handele sich um eine "furchtbare Tragödie", sagte der CSU-Chef danach. Er dankte den Einsatzkräften für ihre "hervorragende Arbeit".

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen