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Abflug im Militärransporter: Im Bild eine C-130 "Hercules" der niederländischen Luftwaffe auf Saint-Martin.
Abflug im Militärransporter: Im Bild eine C-130 "Hercules" der niederländischen Luftwaffe auf Saint-Martin.(Foto: REUTERS)
Montag, 11. September 2017

Hilfsflüge in die Hurrikan-Zone: Bundeswehr startet zum "Irma"-Einsatz

Nach dem Wirbelsturm "Irma" laufen in Europa umfangreiche Hilfsmissionen an. Deutschland schickt ein Krisenteam mit Regierungsmaschinen in Richtung Florida und der hart getroffenen Karibikinseln. Dort holen Militärtransporter gestrandete Touristen ab.

Deutschland hat Regierungskreisen zufolge nach dem Wirbelsturm "Irma" Rettungsmissionen auf den Weg gebracht. Nach einem Beschluss des Krisenstabes vom Wochenende werde das Auswärtige Amt ein Krisenunterstützungsteam mit einem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr in die USA entsenden, hieß es.

Von Hurrikan "Irma" schwer getroffen: Die Landebahn des Flughafens auf Saint-Martin.
Von Hurrikan "Irma" schwer getroffen: Die Landebahn des Flughafens auf Saint-Martin.(Foto: imago/Hollandse Hoogte)

Die Maschine solle ein Team, das aus Experten des Auswärtigen Amts, des Technischen Hilfswerks und der Bundeswehr bestehe, sowie Material in die USA bringen. Ziel sei es, betroffenen Deutschen in der Region zu helfen. Einem Bericht des "Spiegel" zufolge kommt zudem ein Airbus A310 der Luftwaffe zum Einsatz, der sich ohnehin in den USA befinde.

Gestrandete Touristen in der A400M

Nach Informationen aus Regierungskreisen ist auch ein Militärtransporter vom Typ A400M an einem Rettungseinsatz in der Karibik beteiligt. Die fragliche Maschine ist demnach dem Europäischen Lufttransportkommando EATC mit Sitz in Eindhoven unterstellt.

Der Transporter der Luftwaffe ist nach "Spiegel"-Informationen mit Hilfsgütern nach Curacao aufgebrochen. Der deutsche A400M soll anschließend nach Saint-Martin weiterfliegen und auf dem Rückweg zudem auf Saint-Martin gestrandete Deutsche ausfliegen.

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Die britische Luftwaffe fliegt mit einer weiteren A400M seit dem Wochenende bereits Hilfsgüter auf die Karibikinsel Barbados. Die Niederlande nutzen unter anderem Transportflugzeuge vom Typ KDC-10 der eigenen Flugbereitschaft, um Bewohner von Saint-Martin auszufliegen.

Senioren und Familien zuerst

Die französisch-niederländische Karibikinsel Saint Martin wurde wie zahlreiche weitere Gebiete der Antillen von dem Wirbelsturm schwer getroffen. Viele Bewohner wollen Saint-Martin und die benachbarte Insel Saint-Barthélémy verlassen, wie der französische Premier Edouard Philippe sagte. Alte Menschen oder Familien mit kleinen Kindern hätten dabei Vorrang. Als Ausweichziele sind demnach zunächst die Karibikinsel Guadeloupe oder Frankreich vorgesehen.

Es könnten pro Tag 2000 bis 2500 Menschen in Sicherheit gebracht werden, erklärte Philippe - falls die Verkehrsverbindungen wiederhergestellt seien. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will bereits am Dienstag das Krisengebiet besuchen. Er bringt nach Angaben von Innenminister Gérard Collomb auch dringend benötigte Hilfsgüter mit.

Oppositionspolitiker hatten der Regierung eine mangelhafte Vorbereitung auf den Hurrikan vorgeworfen. Philippe kündigte an, ein Marineschiff werde den südfranzösischen Hafen Toulon in Richtung Karibik verlassen. Das Schiff habe unter anderem eine große Krankenstation an Bord. Bei dem Durchzug des Hurrikans kamen in den französischen Gebieten mindestens zehn Menschen ums Leben.

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Quelle: n-tv.de

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