Mexikanischer Drogenboss UrietaPolizei fasst ranghohen Tempelritter

Die Jagd der mexikanischen Sicherheitskräfte auf Drogenbosse nimmt weiter Fahrt auf. Nach der Festnahme des berüchtigten "La Tuta" geht der Polizei mit Nicolás Trujillo Urieta ein weiteres hochrangiges Mitglied des gefürchteten Tempelritter-Kartells ins Netz.
Mehr als einen Monat nach der Inhaftierung des Chefs des Drogenkartells Tempelritter ist den mexikanischen Behörden ein weiterer Anführer der Gruppe ins Netz gegangen. Nicolás Trujillo Urieta sei im zentralen Bundesstaat Hidalgo gefasst worden, teilte das mexikanische Innenministerium mit. Der 24-Jährige galt als einer der verbliebenen regionalen Anführer des geschwächten Verbrechersyndikats. Er wird unter anderem der Entführung von mehr als 100 Menschen beschuldigt.
Die Tempelritter waren aus der "Familia Michoacana" hervorgegangen und sind in den Verkauf synthetischer Drogen, illegalen Bergbau und Schutzgelderpressung verwickelt. In ihrer Hochburg Michoacán ist die Gruppe tief in der Bevölkerung verwurzelt und präsentiert sich als soziale Bewegung, die Schulen baut und Kleinkriminelle verfolgt. Allerdings pressten die Tempelritter den Menschen eine Art Steuer auf jede wirtschaftliche Aktivität ab und terrorisierten ihre Gegner.
Angesichts der bürgerkriegsähnlichen Zustände sahen sich bewaffnete Bürgerwehren sowie die Regierung zum Handeln gezwungen. Präsident Enrique Peña Nieto schickte 2014 tausende Soldaten und Polizisten in die bereits stark militarisierte Unruheregion. Mit der Festnahme des einst mächtigen Drogenbosses Servando Gómez Martínez ("La Tuta") war den Behörden Ende Februar der größte Schlag gegen das Kartell gelungen. Seitdem gilt die Bande als weitgehend zerschlagen.