Panorama
Dutzende Todesopfer soll der Tornado in Moore gefordert haben - diese beiden haben überlebt.
Dutzende Todesopfer soll der Tornado in Moore gefordert haben - diese beiden haben überlebt.(Foto: AP)

Kleinstadt Moore völlig verwüstet: Tornado in Oklahoma tötet 51 Menschen

Dutzende Menschen sterben als ein Tornado die amerikanische Kleinstadt Moore zerstört. Der Vorort von Oklahoma City wird wortwörtlich dem Erdboden gleichgemacht. Nach offiziellen Angaben sollen mindestens 51 Menschen gestorben sein, darunter mehrere Kinder. Die Behörden rechnen mit weiteren Opfern.

Durch die Gaslecks steigt nach dem Tornado in Moore (Oklahoma)  die Brandgefahr.
Durch die Gaslecks steigt nach dem Tornado in Moore (Oklahoma) die Brandgefahr.(Foto: AP)

Es sind Bilder des Grauens, die amerikanische TV-Stationen aus der Kleinstadt Moore in Oklahoma senden. Plattgedrückte Häuser so weit das Auge reicht, Häuser ohne Dach, wie Spielzeug verstreut liegende Autos, Rettungskräfte die mit bloßen Händen nach Überlebenden suchen. 51 Menschenleben hat der Tornado gefordert, der die 55.000-Einwohner-Stadt heimgesucht hat. Laut BBC wurden zumindest 140 Menschen verletzt, für die dpa ist hingegen noch völlig unklar, wieviele Verletzte es tatsächlich gibt. Unter den Toten sollen mindestens sieben Kinder sein. Sie harrten während des Sturms mit rund 70 anderen Schülern in der Plaza Tower Elementary School aus, einer Grundschule, die der Sturm völlig zerstörte.

Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, da unter den Trümmern der Schule möglicherweise noch Kinder eingeschlossen sind. Wie Vize-Gouverneur Todd Lamb der BBC sagte, werden derzeit noch zwei Dutzend Kinder vermisst. Viele konnten offenbar gerettet werden, etliche Schüler waren bereits zuvor in Sicherheit gebracht worden, weil die Behörden die erneuten Unwetter erwartet hatten.

Bereits 1999 heftiger Tornado in Moore

Laut dem US-"National Weather Service" sollen die Sturmböen bis zu 320 Kilometer pro Stunde schnell gewesen sein.   Zwei Kilometer breit war der Streifen, den der Tornado durch das dicht besiedelte Gebiet vor den Toren von Oklahoma City zog. Fernsehbilder zeigten eine riesige schwarze Säule, die alles mitriss, was auf ihrem Weg lag.

Video

Selbst erfahrene Retter äußersten sich schockiert über das Ausmaß der Zerstörung. "Es ist absolut furchtbar", meinte ein Rote-Kreuz-Helfer. Das Rote Kreuz richte unter anderem in Kirchen Notlager für Obdachlose ein. "Wir fühlten den Tornado kommen, da sind wir in den Keller gegangen", berichtet eine Überlebende CNN.

Meteorologen hatten zwar nach dem heftigen Stürmen am Wochenende vor weiteren Unwettern gewarnt - doch dann war die Vorwarnzeit offenbar so kurz, dass sich nicht mehr rechtzeitig alle in Sicherheit bringen konnten. Bereits 1999 wurde Moore Opfer eines besonders heftigen Tornados. Damals starben 44 Menschen - wie Oklahomas Vize-Gouverneur Todd Lamb der BBC sagte, war der damalige Wirbelsturm der stärkste, der jemals weltweit gemessen wurde. Laut dem Sender gibt es nirgendwo auf der Erde mehr Tornados als in Oklahma, die Gegend werde daher auch "Tornado Alley" genannt.

Obama sagt Tornado-Opfern Hilfe zu

Unter den Opfern sind mindestens sieben Kinder. 75 Schüler befanden sich in einer Schule, die der Tornado zerstörte. Dieses Mädchen hat überlebt.
Unter den Opfern sind mindestens sieben Kinder. 75 Schüler befanden sich in einer Schule, die der Tornado zerstörte. Dieses Mädchen hat überlebt.(Foto: AP)

Laut dem Lokalsender KFOR sind unter den Toten im Großraum Oklahoma auch eine Mutter und  ihr Baby, die versucht hatten, sich in einer Kühltruhe vor der  Wucht des Sturmes in Sicherheit zu bringen.

US-Präsident Barack Obama hat der Gouverneurin von Oklahoma nach den Verwüstungen durch einen mächtigen Tornado Unterstützung aus Washington zugesagt. Die Bundesregierung werde alle nötige Hilfe leisten, sagte Obama Gouverneurin Mary Fallin nach Angaben des Weißen Hauses in einem Telefongespräch. Die Katastrophenschutzbehörde Fema habe ein erstes Hilfsteam geschickt, um die Behörden in Oklahoma zu unterstützen. Zusätzliches Personal und Hilfsmittel stünden bereit.

Schäden nicht nur in Oklahoma

Seit dem Wochenende wird der Mittlere Westen der USA von seiner  Serie schwerer Wirbelstürme heimgesucht, die eine Spur der  Verwüstung hinterlassen. Am Sonntag waren zwei ältere Männer ums  Leben gekommen, als ein Tornado den Ort Shawnee im Bundesstaat  Oklahoma heimgesucht hatte. US-Medien zufolge wurden am Sonntag bis  zu 28 Tornados aus den Bundesstaaten Oklahoma, Kansas, Iowa und  Illinois gemeldet. Am frühen Montagmorgen sei auch Missouri von  einem Wirbelsturm betroffen gewesen. Auch in Texas sorgte ein Tornado für Verwüstungen. In den USA richten Wirbelstürme jedes Jahr große Schäden an.  Besonders verheerend waren die Stürme vor zwei Jahren. Damals starben 8 Menschen im Großraum Oklahoma City, in Joplin (Missouri) kamen gar 125 ums Leben.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen