Politik

Trotz mehr Beschäftigung: Armut in Städten wächst

In den deutschen Städten gibt es immer mehr Menschen, die unter der Armutsgrenze leben. Dies zeigt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Was die Forscher verwundert: Die Armut steigt, obwohl die Arbeitslosigkeit sinkt.

(Foto: dpa)

In Deutschlands Großstädten wächst die Armut. Dies ist das Fazit einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. In Leipzig, Dortmund, Duisburg, Hannover, Bremen und Berlin leben demnach inzwischen bis zu einem Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Bei Alleinstehenden sind dies weniger als 848 Euro im Monat.

Deutlich besser stehen dagegen die meisten süddeutschen Metropolen und Hamburg da. Allerdings ist auch dort laut Auswertung die Armutsquote gestiegen. Insgesamt ist die Armut in den größten deutschen Städten mit durchschnittlich 19,6 Prozent der Einwohner meist deutlich weiter verbreitet als im Bundesschnitt der Bevölkerung (15,1 Prozent).

Die Daten zeigten, dass die Armut steige und sich in den Großstädten konzentriere, meint Sozialforscher Eric Seils. Besonders irritiert den Wissenschaftler, dass die Armut stieg, obwohl die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist.

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"Möglicherweise hat sich der Zusammenhang zwischen Beschäftigungslosigkeit und Armut in letzter Zeit etwas gelockert", sagt Seils. Das könnte mit einer höheren Einkommensungleichheit und dem gewachsenen Niedriglohnsektor zusammenhängen. Denkbar sei, dass bei einer wachsenden Gruppe von Beschäftigten, das Einkommen gerade über der Hartz-IV-Grenze liegt.

Quelle: n-tv.de

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