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Voll ausgestattete Militärflughafen in unmittelbarer Nähe der syrisch-irakischen Kriegsgebiete: Britische Militärs vor einem "Tornado" der Royal Air Force (RAF) auf der Luftwaffenbasis Akrotiri.
Voll ausgestattete Militärflughafen in unmittelbarer Nähe der syrisch-irakischen Kriegsgebiete: Britische Militärs vor einem "Tornado" der Royal Air Force (RAF) auf der Luftwaffenbasis Akrotiri.(Foto: picture alliance / dpa)

Mehr Luftangriffe gegen den IS: Cameron öffnet Militärbasis auf Zypern

Frankreich entfaltet im Kampf gegen den Terror seine militärische Macht: Staatspräsident Hollande kündigt eine Ausweitung der Luftschläge gegen IS-Stellungen in Syrien an. Ein britischer Stützpunkt vor der Küste soll den Franzosen helfen.

Großbritannien bietet Frankreich Unterstützung im Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) an. Der britische Premierminister David Cameron stellte bei einem Treffen mit Frankreichs Staatschef François Hollande einen britischen Militärstützpunkt auf Zypern zur Verfügung. Von dort aus könnten zusätzliche Kampfjets zu Luftangriffen gegen Stellungen der Islamisten in Syrien oder dem Nordirak aufsteigen.

"Und es ist meine feste Überzeugung, dass Großbritannien das gleiche tun sollte": Cameron will an der Seite Frankreichs gegen den IS kämpfen.
"Und es ist meine feste Überzeugung, dass Großbritannien das gleiche tun sollte": Cameron will an der Seite Frankreichs gegen den IS kämpfen.(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Die französischen Streitkräfte sind in der Region bislang auf die Nutzung von Militärbasen in Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten angewiesen. Zudem kreuzt seit wenigen Tagen auch das Flaggschiff der französischen Marine in Schlagdistanz zur syrischen Küste im östlichen Mittelmeerraum. Vom Deck des Flugzeugträgers "Charles de Gaulle" aus können bis zu 40 Kampfjets zu Einsätzen gegen die Terrororganisation starten.

Die britische Basis auf Zypern ist den Franzosen tatsächlich eine große Hilfe: Das französische Militär bekommt so nicht nur eine voll ausgestattete Basis im Operationsgebiet, sondern auch ein zweites Standbein für Logistik und Versorgung. Und: Von Einsätzen zurückkehrende Maschinen können so auf einen voll ausgestatteten Ausweichflughafen in unmittelbarer Nähe des Kampfgebiets zählen, der unabhängig von den Wetterbedingungen angeflogen werden kann.

Weniger als 30 Flugminuten

Zypern liegt nur rund 170 Kilometer vor der syrischen Küste. Die IS-Hochburg Rakka am Euphrat ist weniger als 600 Kilometer entfernt und damit für Kampfjets von Zypern aus in weniger als einer halben Flugstunde erreichbar.

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Großbritannien betreibt im Süden und Südosten der Insel im griechischen Teil Zyperns zwei Militärbasen an den Standorten Akrotiri und Dekelia. Beide Einrichtungen liegen in Exklaven und sind britisches Hoheitsgebiet. Eine größere Landepiste und Versorgungseinrichtungen für Kampfjets gibt es allerdings nur in Akrotiri. Dort stehen auch spezielle Rettungshubschrauber bereit, um abgestürzten oder notgelandeten Piloten zu Hilfe zu eilen.

Die britische Militärhilfe beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Öffnung ihrer Militärbasis auf Zypern. Zudem wollen die Briten den Franzosen mit der Luftbetankung von Flugzeugen unter die Arme greifen. Damit können Kampfjets länger über dem Einsatzgebiet kreisen, um unter Umständen auch kurzfristig bekannt gewordene Ziele zu attackieren.

"Großbritannien sollte das gleiche tun"

Mit seinen Hilfsangeboten geht Cameron so weit, wie er ohne Unterstützung des britischen Parlaments gehen kann. Seit Monaten drängt der Premier darauf, die Luftschläge gegen Dschihadisten auf Einsätze in Syrien auszuweiten. Das britische Parlament verweigerte ihm dafür die Zustimmung. Im Irak ist das britische Militär bereits aktiv am Kampf gegen die Islamisten beteiligt.

Bei seinem Treffen mit Hollande sagte Cameron, er unterstütze die französischen Luftangriffe in Syrien. "Und es ist meine feste Überzeugung, dass Großbritannien das gleiche tun sollte", betonte er mit Blick auf die heimische Debatte um eine britische Beteiligung. Dies sei aber eine Entscheidung des britischen Parlaments. Cameron will in Kürze eine umfassende Strategie zum Kampf gegen die Terrormiliz in Syrien vorlegen.

Hollande kündigte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Cameron an, Frankreich werde die Luftangriffe gegen den IS in Syrien weiter verstärken. Ziel sei es, dieser "terroristischen Armee so viel Schaden wie möglich zuzufügen". Cameron pflichtete ihm bei: "Zusammen werden wir diese böse Bedrohung zerstören." Der IS hat sich zu den Anschlägen in Frankreich vom 13. November mit 130 Toten bekannt.

"Es ist klar"

Hollande und Cameron vereinbarten bei ihren Gesprächen in Paris zudem einen engeren Informationsaustausch im Kampf gegen den Terrorismus. Für Hollande war das Treffen der Auftakt zu einer Woche intensiver diplomatischer Bemühungen. Unter dem Eindruck der Anschläge will Frankreichs Staatspräsident eine internationale Koalition gegen den IS schmieden.

Hollande besucht dazu auch US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Den britischen Premier weiß Staatspräsident Hollande bereits an seiner Seite. "Es ist klar, dass die Welt zusammenkommt, um diese böse, terroristische Bedrohung zu bewältigen", erklärte Cameron.

Quelle: n-tv.de

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