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Wegen synthetischer Drogen müssen sich immer mehr Menschen behandeln lassen.
Wegen synthetischer Drogen müssen sich immer mehr Menschen behandeln lassen.(Foto: dapd)

Cannabis weiter am beliebtesten: Chemie-Drogen greifen um sich

In Deutschland greifen synthetische Drogen wie Amphetamine und Ecstasy weiter um sich. Immer mehr Menschen müssen sich ihretwegen behandeln lassen. Doch das soll laut Bundesregierung nicht über die Gefahren vermeintlich softer Drogen hinwegtäuschen. Cannabis ist nach wie vor die meistkonsumierte Droge in Deutschland.

Synthetische Drogen breiten sich in Deutschland weiter aus. In diesem Jahr seien 28 neue Substanzen unter das Betäubungsmittelgesetz gestellt worden, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, bei der Vorstellung des Jahresberichtes der Deutschen Beratungsstelle für Drogen und Drogensucht. "Wegen der unkontrollierbaren Risiken für die Gesundheit warnen wir auch weiterhin eindringlich vor dem Konsum", sagte die FDP-Politikerin. 2011 waren deutlich mehr Menschen wegen synthetischer Drogen in Behandlung.

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Dyckmans warnte zudem vor der Verharmlosung des Kiffens. Dem Vormarsch der synthetischen Drogen zum Trotz bleibt laut Bericht Cannabis die meistkonsumierte Substanz. Vor allem bei Jugendlichen ist die Droge weiter beliebt. Etwa fünf Prozent der Zwölf- bis 17-Jährigen konsumierten im vergangenen Jahr Cannabis.

Der Anteil der Drogenpatienten, die wegen Cannabiskonsums ambulant behandelt wurden, lag 2011 bei etwa einem Drittel. Bei denjenigen, die das erste Mal wegen ihrer Sucht behandelt wurden, lag der Anteil der Cannabisfälle sogar bei 56 Prozent. "Das zeigt, dass Cannabis keineswegs eine harmlose Droge ist", erklärte Dyckmans. Besonders der Langzeitkonsum könne zu erheblichen gesundheitlichen Problemen sowie zur Abhängigkeit führen.

Crystal-Welle aus Osteuropa

Weiter zugenommen hat der Anteil der Konsumenten von Amphetaminen und Ecstasy, die 2011 wegen ihrer Sucht erstmals in Behandlung waren. Er stieg im Vergleich zum Vorjahr von 10 auf 15 Prozent. Aus den Beratungs- und Behandlungseinrichtungen der Grenzregionen zur Tschechischen Republik wurde zudem eine steigende Verbreitung von Crystal, einer Droge mit hohem Suchtpotenzial, gemeldet.

Darüber hinaus nehmen dem Bericht zufolge neue synthetische Drogen an Bedeutung zu. Die Schwierigkeit dabei sei, "die gesundheitlichen Auswirkungen und Risiken neuer Substanzen einzuschätzen", erklärte Tim Pfeiffer-Gerschel, Leiter der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht.

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Quelle: n-tv.de

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