Politik

USA verlegen Spionagedrohne: Deutsche bleiben in Pjöngjang

Nordkorea empfiehlt den Diplomaten in seinem Land, die Botschaften räumen zu lassen. Deutschland gibt nichts auf die Empfehlung und verlangt stattdessen, dass Pjöngjang die Sicherheit seiner Landsleute gewähren müsse. Angesichts der militärischen Drohungen Nordkoreas verlegen die USA die Spionagedrohne "Global Hawk" in die Region.

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Trotz der Warnung Nordkoreas vor einer möglichen Gefahr für Botschaften in der Hauptstadt Pjöngjang wird Deutschland zunächst keine Diplomaten aus dem ostasiatischen Land abziehen. "Bis auf weiteres ist die Arbeitsfähigkeit der Botschaft hergestellt", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Die Sicherheit der Botschaft werde laufend überprüft. Zudem gebe es einen Abstimmungsprozess mit den internationalen Partnern, die ebenfalls Botschafter in Pjöngjang haben.

Die Regierung in Pjöngjang hat mehreren Ländern die Evakuierung ihres Botschaftspersonals nahe gelegt, darunter neben Russland, China, Großbritannien und Rumänien auch Deutschland.

Außenminister Guido Westerwelle forderte Nordkorea auf, seinen Verpflichtungen aus dem internationalen Recht nachzukommen und die Sicherheit und Arbeitsfähigkeit der diplomatischen Vertretungen zu garantieren. Derzeit sind acht aus Deutschland entsandte Diplomaten in Pjöngjang. Zudem beschäftigt die Botschaft einige Ortskräfte. Daneben halten sich gut 30 Deutsche in Nordkorea auf - etwa 20 Touristen und ein gutes Dutzend Mitarbeiter humanitärer Organisationen.

In der Empfehlung der nordkoreanischen Seite an die ausländischen Botschaften hatte es geheißen, dass noch bis Mittwoch bei einer Evakuierung der Diplomaten geholfen werden könne. Darüberhinaus gebe es keine Unterstützung.

USA stationieren "Global Hawk" in Japan

Die Drohne "Global Hawk" hat hochauflösende Kameras und Wärmebildkameras an Bord.
Die Drohne "Global Hawk" hat hochauflösende Kameras und Wärmebildkameras an Bord.(Foto: picture alliance / dpa)

Vor dem Hintergrund des eskalierenden Konflikts ziehen Washington und Tokio die Verlegung einer Aufklärungsdrohne nach Japan in Betracht. Das berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf Quellen in beiden Ländern. Die "Global Hawk"-Drohne ist ein unbemanntes Aufklärungsflugzeug, das in großer Höhe operieren kann. Die Drohne solle auf einer US-Militärbasis in Japan stationiert werden. Es ist die erste Stationierung einer solchen US-Drohne in Japan.

Die USA schließen unterdessen einen erneuten Raketenstart Nordkoreas nicht aus. Die Regierung verfolge Berichte über entsprechende Vorbereitungen in Nordkorea sehr genau. "Wir wären nicht überrascht, wenn wir eine solche Aktion sehen würden", sagte Regierungssprecher Jay Carney vor Journalisten in Washington. Ein solcher Schritt würde zur derzeitigen kriegerischen Rhetorik des kommunistischen Regimes passen.

Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap, die sich auf ranghohe Regierungsvertreter in Seoul berief, verlegte Nordkorea zwei Mittelstrecken-Raketen an seine Ostküste und installierte sie auf mobilen Abschussrampen. Sie könnten jedes Ziel in Südkorea und Japan und möglicherweise sogar den US-Stützpunkt auf der Insel Guam im Pazifik erreichen.

Man arbeite eng mit China und Russland zusammen, um auf Nordkorea Einfluss zu nehmen, fügte Carney hinzu. Das kommunistische Regime solle seinen internationalen Verpflichtungen nachkommen. Nordkorea droht den USA seit Tagen mit einem Atomschlag.

Kaesong weiter abgeriegelt

Seit nunmehr drei Tagen ist die gemeinsam mit Südkorea geführte Sonderwirtschaftszone Kaesong geschlossen. Südkoreanern war auch am Samstag der Zugang zu ihren Arbeitsplätzen und Unternehmen in dem in Nordkorea angesiedelten Industriepark verwehrt. Mit Rohstoffen beladene Lastwagen mussten an der Grenze zu Nordkorea umdrehen. Die Produktion in Kaesong ist nach Angaben südkoreanischer Manager akut bedroht, sollten Lieferungen und Arbeiter aus Südkorea weiter ausgesperrt bleiben.

Das südkoreanische Ministerium für Wiedervereinigung erwartete, dass am Samstag rund hundert der nach wie vor in Kaesong ausharrenden Südkoreaner zurückkehren; damit wären noch etwa 500 südkoreanische Arbeiter in der Sonderwirtschaftszone. Nordkorea hatte zuletzt damit gedroht, die Zone komplett zu schließen.

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Quelle: n-tv.de

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