Politik
Donald Trump gibt sich präsidial - und lästert über Kanzlerin Angela Merkel.
Donald Trump gibt sich präsidial - und lästert über Kanzlerin Angela Merkel.(Foto: dpa)

"Deutschland ist ein Desaster!": Donald Trump teilt gegen Merkel aus

Anstatt auf seinen Mitbewerbern herumzuhacken, so wie es Donald Trump bei früheren TV-Debatten während der US-Vorwahlen gern tat, nimmt der Republikaner nun die internationalen Partner ins Visier - und besonders Deutschland kommt dabei nicht gut weg.

Bei einem letzten Schlagabtausch zwischen den republikanischen Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahl im November hat Donald Trump Deutschland als ein "Desaster" bezeichnet - und erneut gegen die Politik von Kanzlerin Angela Merkel geschossen. "Ich habe mal gedacht, Merkel sei eine große Führungspersönlichkeit", sagte der Milliardär im US-Fernsehen. "Bis sie Deutschland das angetan hat. Deutschland ist heute ein Desaster."

Video

Bereits im Dezember hatte Trump kritisiert, dass Merkel vom "Time"-Magazin zur "Persönlichkeit des Jahres" gekürt wurde. "Ich glaube, sie haben die Person ausgewählt, die Deutschland wirklich enormen Schaden zugefügt hat", so Trump damals. Der Immobilientycoon machte nie ein Geheimnis daraus, dass er die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung für einen Fehler hält - und zog Straftaten von Asylbewerbern wie etwa in Köln heran, um seine Abschottungspolitik gegen Migranten zu rechtfertigen.

Zudem hätten die Vereinigten Staaten nach Ansicht von Trump "so gut wie nichts" dafür zurückbekommen, dass sie "für Deutschland gesorgt" haben. "Wir sind die Weltpolizisten", erklärte der 69-Jährige. "Wir passen auf die ganze Welt auf. Jedes Mal, wenn dieser Irre [Kim Jong Un, Anm. d. Red.] in Nordkorea irgendetwas macht, senden wir sofort unsere Schiffe. Und wir kriegen nichts zurück." Erst vor wenigen Tagen war das Frühjahrsmanöver der US-amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte gestartet - 15.000 US-Soldaten sind daran beteiligt. Personen und Mittel würde Trump aber lieber in die Sicherheit des eigenen Landes investieren.

Trump schwimmt weiter auf Erfolgswelle

Bei den US-Wählern scheinen die außenpolitischen Ansichten des Republikaners anzukommen. Trotz des eisigen Gegenwinds aus seiner eigenen Partei steuert Trump auf die Präsidentschaftskandidatur zu. Am Dienstag hatte er die Vorwahlen in Michigan, Mississippi und Hawaii gewonnen - und auch in der kommenden Woche, wenn unter anderem in Florida, Ohio und Illinois gewählt wird, stehen seine Chancen bestens.

Die US-Vorwahlen ziehen sich noch bis in den Frühsommer hin, ehe die Kandidaten offiziell gekürt werden. Nicht ausgeschlossen ist, dass Trump die bei den Republikanern benötigten 1237 Delegiertenstimmen verfehlt. Dann könnte die republikanische Parteiführung versuchen, auf einem umkämpften Parteitag einen anderen Kandidaten durchzudrücken.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen