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Mit Blumen, Kerzen und Karten gedenken die Menschen der Opfer des Anschlags.
Mit Blumen, Kerzen und Karten gedenken die Menschen der Opfer des Anschlags.(Foto: dpa)
Dienstag, 20. Dezember 2016

Mitteilung im Internet: IS beansprucht Berliner Anschlag für sich

Die Polizei ermittelt noch zu den Hintergründen des Anschlags auf einen Berliner Weihnachtsmarkt. Der Täter ist auf der Flucht. Mit einer Meldung im Internet reklamiert die Terrormiliz Islamischer Staat den Angriff nun für sich.

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat den Angriff auf den Weihnachtsmarkt in Berlin für sich in Anspruch genommen. Das IS-Sprachrohr Amak meldete im Internet, ein IS-Kämpfer sei für den Angriff verantwortlich gewesen. Er sei damit dem Aufruf gefolgt, die Staaten der Anti-IS-Koalition anzugreifen, die den IS in Syrien und im Irak bekämpft. Die Identität des Täters wurde nicht genannt.

Der IS hatte sich auch zu dem Axt-Angriff eines 17-jährigen Flüchtlings in einem Regionalzug bei Würzburg bekannt. Es war im Juli das erste Mal, dass der IS einen Anschlag in Deutschland für sich beanspruchte.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière drang nach der IS-Mitteilung auf Besonnenheit. "Diese angebliche Bekennung des sogenannten Islamischen Staates - das ist ja in Wahrheit eine Terrorbande - haben wir gerade erst bekommen", sagte er in der ARD. Es gebe Ermittlungsansätze, die würden verfolgt. "Wir sollten die Sicherheitsbehörden ihre Arbeit machen lassen. Die arbeiten mit Hochdruck. Und niemand wird ruhen, bis nicht der Täter oder die Täter gefasst sind", sagte der Minister.

Die Ermittler wollten sich bisher nicht auf einen islamistischen Hintergrund der Tat festlegen. Ein Bekennervideo gebe es nicht, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank am Nachmittag. Aus dem Ziel und dem Vorgehen des Täters könne man jedoch auf ein islamistisches Motiv schließen, so Frank. Man müsse aber weiter in alle Richtungen ermitteln.

Verdächtiger freigelassen

Allerdings gehen die Ermittler derzeit von einem Terrorakt aus. Frank sprach von einem "Anschlagsgeschehen mit terroristischem Hintergrund". Unklar war, ob es eventuell mehrere Täter gab. Die Generalbundesanwaltschaft,die für Fälle der nationalen Sicherheit zuständig ist, hatte noch in der Nacht die Ermittlungen übernommen.

Am Montagabend war ein Lkw in einen Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz gerast. Mindestens zwölf Menschen starben, Dutzende wurden verletzt. 14 Menschen liegen noch mit lebensbedrohlichen Verletzungen im Krankenhaus.

Ein noch am Montag festgenommener Verdächtiger wurde wieder freigelassen. Die bisherigen Ermittlungsergebnisse hätten keinen dringenden Tatverdacht ergeben, hieß es. Der Mann, der den Anschlag verübt hat, dürfte somit noch auf freiem Fuß sein.

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Quelle: n-tv.de

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