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Die Südkoreaner wollen erst einen Tag vor dem Eintreffen der Nordkoreaner von dem Besuch erfahren haben.
Die Südkoreaner wollen erst einen Tag vor dem Eintreffen der Nordkoreaner von dem Besuch erfahren haben.(Foto: AP)

Seltenes Treffen unter Politikern: Nord- und Südkorea essen gemeinsam Mittag

Führende Politiker aus Nordkorea besuchen überraschend den verfeindeten Bruder im Süden. Die Asienspiele bringen die Minister an einen Tisch, und sogar von Wiedervereinigung ist die Rede. Nur einer fehlt bei dem seltenen Mittagessen: Staatschef Kim Jong Un.

Mehrere hohe Vertreter Nordkoreas sind zu äußerst seltenen Gesprächen nach Südkorea gereist. Der Besuch der drei führenden nordkoreanischen Politiker erfolgte offiziell zur Abschlussfeier der Asienspiele im südkoreanischen Incheon. Nordkorea hatte bei den Spielen mit elf Goldmedaillen überraschend erfolgreich abgeschnitten. Zunächst aber trafen die Politiker - der Leiter des Politbüros der Armee, Hwang Pyong So, der als Nummer zwei des Landes nach Staatschef Kim Jong Un gilt, sowie sein Vorgänger Choe Ryong Hae und der hohe Beamte Kim Yang Gon - die südkoreanischen Wiedervereinigungsminister Ryoo Kihl Jae Jin und den Nationalen Sicherheitsberater Kim Kan. Sie kamen zu einem Mittagessen zusammen. Die Regierung in Seoul erklärte, sie sei erst am Freitag über den hohen Besuch aus dem Norden informiert worden.

Während Kim Jong Uns inoffizieller Vize Hwang in Uniform anreist, tragen seine Begleiter Anzüge.
Während Kim Jong Uns inoffizieller Vize Hwang in Uniform anreist, tragen seine Begleiter Anzüge.(Foto: AP)

Das Fernsehen zeigte Hwang in Uniform, Choe und Kim dagegen trugen dunkle Anzüge. Nach ihrer Ankunft am Flughafen von Incheon wurden die drei nordkoreanischen Politiker direkt zu Gesprächen mit Wiedervereinigungsminister Ryoo gebracht.

Asienspiele führen zur Annäherung

Choe dankte dem Süden für die Gastfreundschaft bei den Asienspielen. Er sagte, er sei "stolz, dass der Sport die Bemühungen zur Wiedervereinigung anführt". Das Gespräch mit Ryoo dauerte eineinhalb Stunden. Der Wiedervereinigungsminister äußerte die Hoffnung, dass die Gespräche den Beziehungen einen positiven Schub geben würden.

Beide Seiten vereinbarten dabei nach südkoreanischen Angaben die Wiederaufnahme von Gesprächen über eine Verbesserung der Beziehungen. Damit gab Nordkorea dem Drängen Seouls in den vergangenen Wochen nach, die Gespräche "auf hochrangiger Ebene" fortzusetzen, die im Februar stattgefunden hatten und eigentlich bald danach fortgesetzt werden sollten. Die Spannungen hatten sich jedoch seitdem wieder erhöht.

Neue Gespräche sollen nun zwischen Ende Oktober und Anfang November stattfinden, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Den Zeitpunkt könne Südkorea bestimmen. "Nordkorea erklärte, dass es den innerkoreanischen Dialog fortsetzen will."

Der nordkoreanische Führer Kim Jong Un blieb den Gesprächen fern. Er wurde seit einem Monat nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und sogar Gerüchte über einen Putsch machen die Runde.

"Beispiellose" Bemühungen

Professor Yang Moo Jin von der Universität für Nordkoreastudien in Seoul sagte, Hwang und Choe seien enge Vertraute von Staatsführer Kim. Ihre Entsendung zu einem Besuch im Süden sei "beispiellos" und solle der Welt offenbar die Bereitschaft des Nordens demonstrieren, die Beziehungen zu verbessern. Womöglich hätten sie einen Brief von Kim überbracht. Laut dem Wiedervereinigungsministerium sollten die drei Nordkoreaner am Abend an der Abschlusskundgebung der Asienspiele teilnehmen, bevor sie zurück nach Pjöngjang fliegen.

Südkorea und Nordkorea befinden sich formal noch immer im Kriegszustand, nachdem nach dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde. Die Beziehungen waren zuletzt wieder stark angespannt. Die Regierung in Pjöngjang zeigte sich verärgert über mehrere Militärmanöver Südkoreas mit den USA und führte daraufhin mehrere Raketentests durch. Von Seoul und der Staatengemeinschaft wurde das scharf verurteilt.

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Quelle: n-tv.de

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