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Kämpferisch: SPD-Parteichef Sigmar Gabriel und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.
Kämpferisch: SPD-Parteichef Sigmar Gabriel und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.(Foto: picture alliance / dpa)

Niedersachsen-Wahl verleiht Flügel: SPD beendet Umfrage-Talfahrt

Es sind schwere Wochen, die Steinbrück-Debatten reißen die SPD in die Krise. Doch nach dem knappen Wahlsieg in Niedersachsen rufen die Genossen selbstbewusst den Neustart aus. Die Jagd auf Angela Merkel ist wieder eröffnet. Der Vorsprung der scheinbar übermächtigen Kanzlerin ist zwar riesig, aber er schmilzt.

Wer behält im Poker die Nase vorn? Am 22. September ist die Bundestagswahl.
Wer behält im Poker die Nase vorn? Am 22. September ist die Bundestagswahl.(Foto: picture alliance / dpa)

Hamburg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und nun also auch noch Niedersachsen: Zum vierten Mal seit 2009 gelingt der SPD der Regierungswechsel bei einer Landtagswahl. Nach den Debatten um ihren Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück starten die Genossen daher mit Rückenwind in das Jahr, in dem sie ihren 150. Geburtstag feiern und die schwarz-gelbe Bundesregierung ablösen wollen.

Der Wahlsieg bei der Landtagswahl verschafft den Genossen offenbar auch im Bund einen kleinen Aufschwung. Laut dem "Stern-RTL-Wahltrend" erholt sich die Partei leicht von ihrer Talfahrt der vergangenen Wochen. Jedenfalls schmilzt der Vorsprung der Unionsparteien. Die Sozialdemokraten legen um zwei Punkte zu und kommen aktuell auf 25 Prozent. Währenddessen rutscht die CDU in der Wählergunst auf 40 Prozent. Im Vergleich der beiden Spitzenkandidaten hat Angela Merkel mit 58 Prozent gegenüber Peer Steinbrück mit 20 Prozent weiterhin deutlich die Nase vorn. Im Vergleich zur Vorwoche kann der ehemalige Finanzminister den Rückstand aber immerhin von 41 auf 38 Punkte verkürzen.

Für mögliche Koalitionen nach der inzwischen fest auf den 22. September terminierten Bundestagswahl haben die neuen Forsa-Zahlen jedoch erst einmal kaum Konsequenzen. Beiden Lagern fehlt eine Mehrheit zum Regieren. Weil die Grünen sich auf 15 Prozent verbessern, liegt Rot-Grün aktuell bei 40 Prozent.

Bringt Brüderle Auf- oder Abschwung?

Kanzlerin Merkel hat unterdessen vor allem ein Problem: ihren chronisch schwächelnden Koalitionspartner. Die kriselnde Bundes-FDP kann bisher offenbar keinen Profit ziehen aus ihrem starken Ergebnis in Niedersachsen. Am Einzug in den Bundestag würden die Liberalen jedenfalls scheitern. Sie liegen unverändert bei 4 Prozent. Wie sehr der FDP die Nominierung ihres neuen Spitzenkandidaten Rainer Brüderle nutzt, oder ob ihr die Sexismus-Debatte um seine Person schadet, werden die nächsten Wochen zeigen.

Düster sieht es derzeit auch für die Piraten aus. Nachdem sie die Generalprobe für die Bundestagswahl in Niedersachsen ordentlich vermasselten, ist auch im Bund keine Besserung in Sicht. Ganz im Gegenteil: Nach kurzem Aufschwung fallen die Freibeuter wieder auf 3 Prozent. Ein Kurswechsel ist nicht in Sicht. So liefen viele Piraten Sturm, nachdem ihre Parteispitze angekündigt hatte, sich künftig eigenständiger positionieren zu wollen.

Und die Linken? Zum dritten Mal verpasste die Partei zuletzt den Wiedereinzug in ein westdeutsches Parlament. Parteichefin Katja Kipping rief daraufhin den Neuanfang der Partei aus. Dabei lief's im Bund zuletzt eigentlich prächtig. Nach ihrer Führungskrise im Sommer 2012 liegen die Linken bei Forsa seit Wochen konstant bei 8 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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