Politik

Schwarz-grüne Annäherungsversuche: Schröder findet Göring-Eckardt gut

Wenn an diesem Sonntag Bundestagswahlen wären, stünden die Zeichen auf Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün. Allerdings wollen die Protagonisten gar nichts von diesen Koalitionsmöglichkeiten hören. Das nützt aber nichts, denn alle Macht geht vom Volke aus. Nur hin und wieder meldet sich ein Politiker zu Wort, der schon jetzt über den Tellerrand schaut.

Schröder könnte mit Grün.
Schröder könnte mit Grün.(Foto: dpa)

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder geht auf die Grünen zu. Die CDU-Politikerin sieht besonders in der Familienpolitik Übereinstimmungen zwischen ihr und der Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt. "Mir gefällt, wie Katrin Göring-Eckardt in der Familienpolitik argumentiert", sagte Schröder der "Passauer Neuen Presse". "Sie setzt nicht unbedingt auf mehr Geld, sondern auf mehr Zeit für Familie. Da sind wir uns sehr nahe."

Die CDU-Politikerin will daher nach der Bundestagswahl 2013 die Möglichkeit einer schwarz-grünen Zusammenarbeit nicht ausschließen. "Niemand wird sich Gesprächen verweigern", sagte Schröder. Die Nominierung von Bundestagsvizepräsidentin Göring-Eckardt zur Spitzenkandidatin durch eine Urwahl der Grünen-Basis hat eine neue Debatte über ein mögliches schwarz-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl 2013 entfacht. Das Thema dürfte auch auf dem Bundesparteitag der Grünen ab Freitag in Hannover diskutiert werden.

Rot-Grün will auf 45 Prozent kommen

Die Landesvorsitzende der GAL in Hamburg, Katharina Fegebank.
Die Landesvorsitzende der GAL in Hamburg, Katharina Fegebank.(Foto: dpa)

Die Grünen-Spitze hat einer solchen Koalition mehrfach eine Absage erteilt. Schwarz-Grün hätte jüngsten Meinungsumfragen zufolge allerdings anders als Rot-Grün derzeit eine Mehrheit im Bundestag. Bei der Bundestagwahl im kommenden Jahr wollen die Grünen gemeinsam mit der SPD auf rund 45 Prozent kommen und Union und FDP so aus der Regierung drängen. "Die Sozialdemokraten müssen um die 30 Prozent erreichen und darüber gehen - und wir müssen um die 15 Prozent erreichen und darüber gehen", sagte Parteichef Cem Özdemir, der das für durchaus möglich hält. Özdemir zeigte sich zudem sicher, dass seine Co-Vorsitzende Claudia Roth trotz ihrer Schlappe bei der Urwahl eines Wahlkampf-Spitzenduos mit gutem Ergebnis im Amt bestätigt wird.

Generationswechsel erst nach der Wahl

Dass sich die Partei in den kommenden Jahren verjüngen muss, steht außer Frage. Nach Ansicht der Hamburger Landeschefin Katharina Fegebank steht der Generationswechsel noch  2013 an - allerdings erst nach der Wahl. "Ich denke, nach der Bundestagswahl im kommenden Herbst wird sich das Personalkarussell drehen - gerade wenn wir dann an der Regierung sein sollten", sagte Fegebank. Jede Partei brauche von Zeit zu Zeit einen Generationswechsel. Auf Länderebene sei dieser bei den Grünen bereits im Gange. "Und die Wahl von Göring-Eckardt als Spitzenkandidatin ist auch der Ausdruck des Wunsches nach einem Generationswechsel im Bund", so Fegebank. Die 35-Jährige steht den Hamburger Grünen seit Juni 2008 vor.

Ein Bündnis mit der Union unter Kanzlerin Angela Merkel könne sie sich derzeit aber nicht vorstellen, sagte Fegebank und verwies auf das Betreuungsgeld und die Einwanderungspolitik. Grundsätzlich sollten die Grünen ihre Inhalte, von deren Durchsetzbarkeit eine Koalitionsbildung abhängen müsse, selbstbewusst nach vorn stellen.

Quelle: n-tv.de

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