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Eine US-amerikanische Abwehrrakete startet in Kalifornien.
Eine US-amerikanische Abwehrrakete startet in Kalifornien.(Foto: AP/dpa)

Drohungen aus Nordkorea: USA stellen Raketen auf

Beinahe täglich zeichnet das Regime in Nordkorea blutige Kriegsszenarios und droht selbst den USA mit einem atomaren Erstschlag. Das Pentagon erhöht nun die Raketenabwehr an der Westküste - und informiert die Chinesen vorab. Pjöngjang behauptet unterdessen, ständig sei das Land amerikanischen Cyber-Attacken ausgesetzt.

Die jüngsten Angriffsdrohungen aus Nordkorea bewegen die USA dazu, ihre Raketenabwehr an der Westküste zu verstärken. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel teilte mit, dass dazu in den USA bis Ende 2017 zusätzlich 14 bodengestützte Abwehrraketen aufgestellt werden sollen. Außerdem werde nach einer Vereinbarung mit Tokio ein zweites Radarsystem in Japan stationiert. Wie Hagel weiter sagte, haben die USA China bereits über diese Schritte informiert. Der Pentagon-Chef erwähnte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die zugespitzte Lage im Konflikt mit Nordkorea, aber auch den Dauerkonflikt mit dem Iran um dessen Atomprogramm.

Chuck Hagel steht in Kontakt mit Peking.
Chuck Hagel steht in Kontakt mit Peking.(Foto: AP/dpa)

Bisher haben die USA 30 Abfangraketen ("Ground Based Interceptors" - GBI) an der Westküste stationiert, davon 4 in Kalifornien und 26 in Alaska. Die zusätzlichen Abwehrraketen sind für Alaska vorgesehen. Die Verstärkung koste eine Milliarde Dollar, also rund 760 Millionen Euro. Hagel kündigte an, man werde zudem neue Stützpunkte für weitere Abwehrraketen auch an der Ostküste der USA prüfen.

Auf der koreanischen Halbinsel bleibt die Lage weiter angespannt. Das Reich unter der Führung des jungen Diktators Kim Jong Un feuerte nach der Aufkündigung des Jahrzehnte alten Waffenstillstandsabkommen mit Südkorea zwei Testraketen mit kurzer Reichweite ab. Es hat sich vermutlich um Raketen des Typs Kn-02 gehandelt, die schätzungsweise 120 Kilometer weit fliegen können. Die Raketen seien an der Ostküste vermutlich bei Truppenübungen abgeschossen worden. Die Tests dienten offenbar dem Ziel, die Technologie der Raketen zu verbessern, so das südkoreanische Militär.

"Feige und verachtenswert"

Nordkorea testet regelmäßig Raketen mit kurzer Reichweite. Die jüngsten Tests könnten jedoch nach Meinung von Militärs auch eine Reaktion auf die laufenden südkoreanisch-amerikanischen Truppenübungen in Südkorea sein. Nordkorea hatte zuletzt verkündet, den Waffenstillstand von 1953 zur Beendigung des Korea-Kriegs sowie sämtliche Entspannungsabkommen mit Südkorea nicht mehr anzuerkennen. Pjöngjang reagierte damit auf die Ausweitung von UN-Sanktionen und auf die Militärübungen in Südkorea. Die UN hatten die Sanktionen wegen des nordkoreanischen Atomtests vom 12. Februar verhängt.

Nordkorea warf den USA und Südkorea zudem Cyberangriffe auf seine Internetseiten vor. Es handle sich um "anhaltende und intensive tägliche Cyberangriffe", berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Derlei Angriffe seitens der USA und deren "Marionetten" in Südkorea seien "feige und verachtenswert". Nordkorea werde dem nicht tatenlos zusehen.

Mehrere nordkoreanische Internetseiten waren zeitweise nicht aufrufbar gewesen, darunter die Seite von KCNA selbst, die Website der Zeitung "Rodong Sinmun" sowie die Seite der Fluglinie Air Koryo. Seoul äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Als eines der isoliertesten Länder der Welt verfügt Nordkorea lediglich über eine Art Inlands-Intranet mit einer sehr geringen Anzahl von Nutzern. Experten zufolge kann nur die Elite des Landes auf das weltweite Internet zugreifen, was auf wenige hundert bis maximal tausend Menschen zutrifft.

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Quelle: n-tv.de

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