Wirtschaft

Wall Street entlohnt auf Rekordniveau: 144 Mrd. Dollar Gehälter und Boni

Finanzkrise? Nie gehört. Das scheint das Mantra an der Wall Street zu sein. Zwei Drittel der größten börsennotierten Banken, Investmentbanken, Hedgefonds und Vermögensverwalter wollen die Löhne ihrer Angestellten erhöhen. Ein Rekord winkt. Es wäre der zweite in Folge.

Wie hoch fällt die Lohnerhöhung wohl aus? In der Summe wedelt die börsennotierte US-Finanzindustrie mit Lohn- und Bonisteigerungen.
Wie hoch fällt die Lohnerhöhung wohl aus? In der Summe wedelt die börsennotierte US-Finanzindustrie mit Lohn- und Bonisteigerungen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Entlohnung an der Wall Street ist auf dem besten Wege, im zweiten Jahr in Folge ein Rekordniveau zu erreichen. Rund drei Dutzend der größten, börsennotierten Finanzunternehmen, zu denen unter anderem Banken, Investmentbanken, Hedgefonds und Vermögensverwalter gehören, wollen in diesem Jahr insgesamt 144 Mrd. Dollar an Gehältern und Boni zahlen, wie aus einer Studie des "Wall Street Journal" hervorgeht. Das wäre ein Anstieg von 4 Prozent gegenüber den 139 Mrd. Dollar, die im Vorjahr ausgezahlt worden waren. Die Entlohnung soll demnach bei 26 der 35 untersuchten Institute steigen.

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass die Einnahmen bei voraussichtlich 29 der 35 Finanzunternehmen zulegen - allerdings langsamer als die Entlohnung. Der Studie zufolge steigen die Einnahmen um drei Prozent auf 448 Mrd. Dollar.

Ein Drittel der Einnahmen für Löhne

Insgesamt werden die Unternehmen an der Wall Street demnach 32,1 Prozent ihrer Einnahmen für die Entlohnung ihrer Mitarbeiter aufwenden und damit genausoviel wie 2009, aber deutlich weniger als 2007, als 36 Prozent der Einnahmen dafür verwendet worden waren. Die Gewinne in den untersuchten Unternehmen haben sich vom Krisenjahr 2008 erholt. Dennoch bleiben sie 2010 mit geschätzten 61,3 Mrd. Dollar noch immer 20% hinter dem im Jahr 2006 erzielten Rekord von 82 Mrd. Dollar zurück. Zum Vergleich: Die Entlohnung nahm in der Untersuchungsgruppe im selben Zeitraum um 23 Prozent zu.

"Solange sich diese Institute auf die Erhöhung ihrer Einnahmen konzentrieren, statt den langfristigen Nutzen ihrer Aktionäre im Blick zu haben, wird es diese unverschämten Gehälter und Boni wohl weiter geben", sagte Charles Elson, Direktor des Weinberg Centers für Unternehmensführung. Es sei zu früh, um das Gehaltsniveau für 2010 zu kommentieren, teilten dagegen die untersuchten Finanzunternehmen mit. Etliche von ihnen argumentieren mit dem Risiko, talentierte Mitarbeiter zu verlieren, wenn sie sie nicht angemessen bezahlen.

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Quelle: n-tv.de

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