Wirtschaft

Tarifeinigung für 75.000 Arbeiter: 3,8 Prozent mehr für Stahlkocher

Einigung nach zähem Ringen: Erst in den frühen Morgenstunden finden Arbeitgeber und Gewerkschaft IG Metall ein Ergebnis im Tarifstreit der Stahlkocher im Nordwesten. Die Beschäftigten können sich über 3,8 Prozent mehr Geld freuen.

(Foto: dpa)

Die nordwestdeutschen Stahlkocher erhalten ab dem 1. Dezember 3,8 Prozent mehr Geld. Darauf einigten sich Arbeitgeber und IG Metall in der dritten Runde der Verhandlungen. Die Einigung gilt bis Ende Februar 2013. Zusätzlich einigten sich die Verhandlungspartner auf eine unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Dabei soll es jedoch Ausnahmen geben, etwa bei einer Ausbildung über Bedarf und bei Personalproblemen in den Betrieben.

IG Metall Verhandlungsführer Oliver Burkhard wertete das Tarifergebnis für die rund 75.000 Stahlkocher in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen als Erfolg. "Das war eine schwere Geburt", sagte er. Die Frage der Übernahme der Auszubildenden sei ein zentrales Thema der Gespräche gewesen.

Der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Stahl, Helmut Koch, betonte, dass es auch künftig nur eine bedarfsgerechte Übernahme der Auszubildenden geben werde. Die Laufzeit des Vertrages bis zum Jahr 2013 gebe den Arbeitgebern nun etwas Luft, meinte er.

"Ziel erreicht"

Einschließlich eines sogenannten Leermonats ab dem 1.11.2011 hat der Tarifvertrag eine Laufzeit von insgesamt 16 Monaten. Die vereinbarte Tariferhöhung um 3,8 Prozent soll erst ab dem 1.12.2011 in Kraft treten. "Unser Ziel haben wir erreicht. Alle Beschäftigten bekommen ordentlich mehr Geld", sagte Burkhard. Die Einigung sei auch finanzierbar für die Unternehmen.

Bei der Vereinbarung zur Übernahme der Auszubildenden wurde eine Übergangsregelung für die derzeitigen Auszubildenden vereinbart, die zusätzliche Einschränkungen enthält, wenn der Arbeitgeber über Bedarf ausgebildet hat. In diesen Fällen gilt jedoch mindestens ein einjähriger Anspruch auf Übernahme.

Bei der Altersteilzeit wurde der geltende Tarifvertrag verlängert und eine Aufstockung des Arbeitgeberbeitrags zur Rentenversicherung von 95 auf 100 Prozent vereinbart. "Hier hätte ich mir mehr gewünscht", meinte Burkhard. Die Altersteilzeit wolle die IG Metall nun spätestens in der nächsten Tarifrunde zu einem zentralen Thema machen, kündigte er an.

Quelle: n-tv.de

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