Wirtschaft

50 Prozent überschrittenACS hat Hochtief "im Sack"

17.06.2011, 16:16 Uhr

Hochtief ist nun in spanischer Hand. Der Essener Baukonzern gibt in einer Pflichtmitteilung bekannt, dass ACS nunmehr 50,16 Prozent der Anteile hält.

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Das Ende der Eigenständigkeit ist besiegelt. (Foto: dpa)

Der spanische Baukonzern ACS ist am Ziel: Er hält die Mehrheit am Essener Konkurrenten Hochtief. ACS habe am Donnerstag die Schwelle von 50 Prozent der Stimmrechte überschritten, teilte Hochtief in einer Pflichtmitteilung mit. Damit haben die Madrider ihr Ziel in der zehn-monatige Übernahmeschlacht endgültig erreicht.

Aktuell halte ACS 50,16 Prozent der Anteile an Hochtief, teilte der Essener Baukonzern mit. Bereits zur Jahresmitte haben die Spanier damit ihr für 2011 ausgegebenes Ziel erreicht. ACS hatte zuvor stets angegeben, im Laufe dieses Jahres auf über 50 Prozent der Hochtief-Anteile kommen zu wollen.

Im September vergangenen Jahres hatte der Konzern um seinen Vorstandschef Florentino Perez erstmals angekündigt, Hochtief zu übernehmen. Das deutsche Unternehmen hatte sich zunächst vehement zur Wehr gesetzt. Doch bereits im Februar knackte ACS mit seinem freiwilligen Übernahmeangebot die kritische Marke von 30 Prozent der Stimmrechte. Da in der Regel nicht alle Aktionäre zu einer Hauptversammlung kommen, reicht dieser Stimmanteil normalerweise aus, um dort Abstimmungen für sich zu entscheiden und somit entscheidenden Einfluss auf die Geschicke eines Unternehmens auszuüben.

Bei der Hauptversammlung von Hochtief im Mai setzte ACS somit auch seine Kandidaten für den Aufsichtsrat durch. Gleichzeitig trat Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger ist Frank Stieler, der zuvor das Europa-Geschäft bei Hochtief geleitet hatte.

Quelle: dpa