Irischer SchrumpfprozessAIB streicht radikal Stellen
Die irische Krisenbank Allied Irish Banks will bis Ende nächsten Jahres 2000 Stellen streichen. Das Institut steht im Zentrum der irischen Bankenkrise. Die Regierung will will die Bankenlandschaft auf zwei große Banken zusammenschrumpfen, eine davon soll die AIB sein.
Die de facto verstaatlichte Allied Irish Banks (AIB) streicht nach einem Milliardenverlust 2000 Stellen. Der Großteil des Stellenabbaus solle auf freiwilliger Basis erreicht werden, kündigte AIB-Chef David Hodgkinson an. Zuvor hatte die Bank einen Jahresverlust in Höhe von 10,4 Mrd. Euro ausgewiesen - mehr als das Vierfache als ein Jahr zuvor. Die Bank beschäftigt mehr als 15.000 Menschen in Irland und Großbritannien. Der Stellenabbau soll über dieses und kommendes Jahr verteilt werden.
Nach den Vorstellungen der irischen Regierung soll die AIB künftig eine der zwei großen Banken des Landes sein. Die Politik will den Sektor radikal schrumpfen. Von einst sechs Instituten bleiben dann nur noch zwei. Nach einer Entscheidung der Regierung soll die Bank im Zuge einer Reform des irischen Finanzsektors mit der EBS Building Society verschmolzen werden.
AIB-Aktien gaben im frühen Handel um elf Prozent nach.
Das irische Volk trägt schwer am maroden Bankensystem. Seit Beginn der Krise 2008 haben die Steuerzahler schon 46,3 Mrd. Euro in ihre Finanzinstitute gepumpt. Stresstests bei den vier größten Finanzinstituten Bank of Ireland, AIB, Irish Life & Permanent und der Bausparkasse EBS haben ergeben, dass die Banken noch weitere 24 Mrd. Euro zum Überleben brauchen. Allein auf die Allied Irish Banks entfallen 13,3 der 24 Mrd. Euro, die an Rekapitalisierung benötigt werden.
Die Rechnung Krisenbanken beträgt damit 70 Mrd. Euro. Das ist nicht weniger als 45 Prozent des irischen Bruttoinlandsproduktes (BIP). Die Arbeitslosigkeit in dem Land liegt bei schätzungsweise 13,7 Prozent (zum Vergleich: 2008: 4,6 Prozent und 2009: 6,10 Prozent).