Schmerzhafte UmstrukturierungAIG wieder tiefrot
Für den in der Finanzkrise fast kollabierten US-Versicherer AIG ist noch kein Land in Sicht. Belastet von verlustreichen Verkäufen, Steuerposten und Abschreibungen auf Firmenwerte fällt im dritten Quartal ein Milliardenverlust an. Im Vorjahreszeitraum hatte der einst weltgrößte Versicherer noch einen Gewinn bilanziert.
Der teilverstaatlichte US-Versicherer AIG muss auf seinem Weg aus der Krise einen weiteren Milliardenverlust hinnehmen. Abschreibungen im Zuge diverser Firmenverkäufe, die Rückzahlung eines Notenbank-Kredits sowie der Wertverfall von Flugzeugen in der Leasingsparte ILFC haben im dritten Quartal unterm Strich zu einem Minus von 2,4 Milliarden Dollar geführt. Im Vorjahreszeitraum hatte AIG noch einen kleinen Gewinn von 92 Millionen Dollar erwirtschaftet.
Der an Krebs erkrankte, aber weiterarbeitende Konzernchef Robert Benmosche zeigte sich dennoch zufrieden. "Die verbleibenden Versicherungsgeschäfte von AIG liefern solide Ergebnisse ab", äußerte er. Im Wesentlichen sind das die US-Töchter Chartis und SunAmerica. Dagegen hatte sich AIG vom Großteil seines asiatischen Geschäfts getrennt, um seine Schulden beim Steuerzahler zurückzahlen zu können. Zuletzt hatte AIG seine Tochter AIA an die Börse gebracht.
Die Regierung in Washington hatte AIG in der Finanzkrise mit der Rekordsumme von 182 Milliarden Dollar vor dem Untergang bewahrt und hält seitdem die Mehrheit am Unternehmen. Vorrangiges Ziel von Benmosche ist, dass der einst weltgrößte Versicherungskonzern wieder auf eigenen Beinen stehen kann. AIG schuldet dem Steuerzahler nach einer jüngst veröffentlichten Aufstellung des Finanzministeriums noch 120,6 Milliarden Dollar.
US-Regierung winkt Gewinn
Bis zum März kommenden Jahres will das AIG-Management den Konzern soweit umgebaut haben, dass der Staat auch seine Aktien unters Volk bringen kann. Letzten Endes will die Regierung aus der Rettungsaktion sogar mit einem Gewinn herausgehen. Der Kurs von AIG hat sich gegenüber der heißen Phase der Finanzkrise deutlich erholt.
AIG schuldet der US-Regierung immer noch mehr als 100 Milliarden Dollar. Der Staat kontrolliert fast 80 Prozent der AIG-Anteile.