Steuerzahler darf sich freuenAareal Bank mit Rekordgewinn

Die Erholung auf dem Immobilienmarkt beschert der Aareal Bank zum Jahresauftakt das beste Quartal seit fast drei Jahren. Der mit Steuergeldern unterstützte Immobilienfinanzierer verbucht einen operativen Gewinn von 47 Mio. Euro. Da bleibt genug übrig, um dem Fiskus wieder was zurückzuzahlen.
Die Aareal Bank löst nach einem starken Jahresauftakt ihr Versprechen an den Steuerzahler ein: Der Immobilienfinanzierer zahlte Ende April weitere 75 Mio. Euro Stille Einlagen an den Bankenrettungsfonds SoFFin zurück. Vorstandschef Wolf Schumacher hatte diesen Schritt vor gut drei Wochen in Aussicht gestellt, die Mittel stammen aus der jüngsten Kapitalerhöhung. Eine erste Tranche über 150 Mio. floss bereits im vergangenen Sommer an den SoFFin. Nun steht die Aareal noch mit 300 Mio. Euro beim Staat in der Kreide - für Schumacher ein "überaus überschaubares" Volumen.
Trotzdem warnte der Aareal-Chef vor zu hohen Erwartungen: Mit der vollständigen Rückzahlung werde sich das Institut angesichts strengerer Regulierungsaussichten und der weiter schwelenden Eurokrise Zeit lassen. "Wir haben keinen Zeitdruck", betonte er. Aareal habe sich die Hilfen in der Finanzkrise vorsorglich besorgt, betonte Schumacher erneut. Dazu zählten auch Staatsgarantien über vier Mrd. Euro. Die Hälfte davon hatte die Aareal für eine Anleihe genutzt, die sie aber nicht am Kapitalmarkt verkauft, sondern in den eigenen Büchern gehalten hatte. Diese Anleihe gab die Bank nun ebenfalls vorzeitig zurück.
Immobilienmärkte erholen sich
Der Aareal hilft, dass sich die gewerblichen Immobilienmärkte zunehmend erholen und die Nachfrage nach strukturierten Finanzierungen steigt - und das in einer Zeit, in der wichtige Mitspieler wie die Commerzbank-Tochter Eurohypo die Finanzkrise noch immer nicht überwunden haben. Die Aareal hatte ihre Jahresprognose für das Neugeschäft deshalb unlängst auf sieben bis acht (Vorjahr: 6,7) Mrd. Euro nach oben geschraubt. Im ersten Quartal holte sie 1,4 (1,3) Mrd. herein. Auch der April sei gut gelaufen, die Pipeline sei ordentlich gefüllt, sagte Schumacher.
Weil die Bank inzwischen höhere Margen im Kerngeschäft durchdrücken kann und zugleich weniger Geld für faule Kredite zur Seite legen muss, verdiente sie besser als noch vor einem Jahr. Das Betriebsergebnis stieg überraschend stark um 57 Prozent auf 47 Mio. Euro. Unter dem Strich und nach Bedienung der SoFFin-Zinsen stand ein Gewinn von 24 (Vorjahr: acht) Mio. Euro in den Büchern.