Gewinnprognose wackeltAckermann baut bereits vor
Die Finanzmarkt-Turbulenzen rufen Deutsche-Bank-Chef Ackermann auf den Plan. Der Schweizer sieht das Gewinnziel von zehn Milliarden Euro für 2011 in Gefahr. Die Experten sind jedenfalls skeptisch, ob die Deutsche bank unter den derzeitigen Bedingungen diese Hürde überspringen kann.
Die Deutsche Bank hält ihre ehrgeizige Gewinnprognose
für das laufende Jahr angesichts der Unsicherheiten an den Finanzmärkten nur noch
unter Bedingungen aufrecht. Das Ziel eines Gewinns vor Steuern im operativen Geschäft
in Höhe von zehn Milliarden Euro sei nach wie vor möglich, sagte Konzernchef Josef
Ackermann vor Analysten. Allerdings müssten sich dafür die Kapitalmärkte in Europa
erholen. Zudem müsse es Fortschritte bei der Lösung der Schuldenkrise in der Eurozone
geben.
Es gebe derzeit eine beträchtliche kurzfristige Unsicherheit
in der Eurozone, der Weltwirtschaft, den Finanzmärkten und bei den neuen Regeln
für Finanzinstitute, sagte Ackermann. Er betonte erneut, dass sich vor allem das
klassische Bankgeschäft hervorragend entwickle und die Bank zudem weiter keine Finanzierungsprobleme
habe.
Das Ziel von zehn Milliarden Euro wird von vielen Experten
als ehrgeizig eingestuft. Die meisten Analysten gehen wegen der schwachen Verfassung
der Finanzmärkte derzeit nicht davon aus, dass die Bank ihr Ziel erreichen kann.
Am Aktienmarkt wurden die Aussagen Ackermanns positiv
aufgenommen. Das Papier befand sich weiter auf Erholungskurs. Am Montag und Dienstag
war die Deutsche-Bank-Aktie um mehr als zehn Prozent auf den tiefsten Stand seit
dem Frühjahr 2009 gefallen - als Gründe für die Kursverluste nannten Aktienhändler
die zunehmende Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Wirtschaft, eine Reihe
von Klagen gegen die Bank und pessimistische Aussagen Ackermanns zu den Finanzmärkten.