Zahlen top, Ausblick verhageltAdobe-Kurs bricht drastisch ein
Adobe-Anleger brauchen derzeit starke Nerven: Der Streit mit Apple ist gerade erst beigelegt, der Aktienkurs steigt wieder, da sorgt der Ausblick des Softwarekonzerns für Missstimmung an der Börse. Ein Umsatzplus von 42 Prozent und ein Gewinnwachstum von fast 70 Prozent können den Kurseinbruch nicht mildern.
Die Anleger bleiben nervös. Das jüngste Beispiel liefert der US-Software-Spezialist Adobe. Trotz kräftiger Zuwächse bei Umsatz und Gewinn sind die Börsianer schwer enttäuscht. Nach einem verhaltenen Ausblick auf das laufende Quartal sackte die Adobe-Aktie im frühen Handel um fast 21 Prozent auf 26 Dollar ab. Bereits vor Börsenstart hatte sich dieser Trend angedeutet.
Von dem Unternehmen kommt unter anderem Bildbearbeitungssoftware wie Photoshop, das PDF-Programm Acrobat und die Multimedia-Plattform Flash.
42 Prozent, 70 Prozent
In dem am 3. September abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal stieg der Umsatz um 42 Prozent auf 990,32 Mio. Dollar. Der Gewinn schoss um rund 70 Prozent von 136 Mio. auf knapp 230,1 Mio. Dollar hoch, wie Adobe nach US-Börsenschluss mitteilte. Das Problem für die Börsianer war aber vor allem die Prognose für das laufende vierte Geschäftsquartal. Hier rechnet Adobe mit 48 bis 54 US-Cent je Aktie bei Erlösen zwischen 0,95 Mrd. und 1 Mrd. Dollar. Marktexperten hatten mit etwas mehr gerechnet. Im dritten Quartal lag der Gewinn pro Aktie bei 44 US-Cent.
Adobe liefert sich einen Streit mit Apple um die Flash-Software, die der iPhone-Hersteller als zu schwerfällig und unsicher bezeichnet und auf seinen Geräten nicht unterstützten will. Zuletzt hatte sich die Kontroverse aber etwas entspannt als Apple auch Programme zuließ, die mit Hilfe von Adobe-Programmierwerkzeugen erstellt wurden. Nach der Apple-Entscheidung war die Adobe-Aktie zunächst in die Höhe geschnellt.