Wirtschaft

Kurseinbruch an Kairoer BörseÄgyptens Wirtschaft leidet

26.03.2012, 15:42 Uhr
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Schlechte Stimmung an der Kairoer Börse. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Diktator Hosni Mubarak ist weg, aber Ägyptens Wirtschaft kommt nicht auf die Beine. Nun hat das arabische Land unter anderem mit einem Treibstoffmangel zu kämpfen. An der lange Zeit geschlossenen Kairoer Börse überwiegen dicke Minuszeichen.

Mehr als ein Jahr nach dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak steht Ägypten vor riesigen wirtschaftlichen Problemen. Die Börse in Kairo verzeichnete zu Wochenbeginn innerhalb kurzer Zeit dramatische Kursverluste. Ägyptische Medien berichten von einer "Hysterie" und dem Ausverkauf von Aktien. Die Börse war wegen politischer Unruhen fast zwei Monate geschlossen gewesen. Sie hatte erst Ende der vergangenen Woche wieder den Handel eröffnet und dabei starke Verluste verzeichnet.

Grund für den schweren Absturz sei akuter Mangel an Treibstoffen, hieß es weiter. Es gebe kilometerlange Warteschlangen an den Tankstellen. Nach Angaben der Zeitschrift "Businessweek" hat der ägyptische Staat Millionen Liter Sprit auf den Markt geworfen, um dem Mangel zu begegnen. Die Regierung bezichtigte Schmuggler, den Engpass verschuldet zu haben. Die gemäßigten Moslembrüder, die seit den jüngsten Parlamentswahlen die stärkste Fraktion stellen, machten die Militärregierung verantwortlich für die Misswirtschaft seit Mubaraks Sturz.

Infolge des Aufstandes im Rahmen des sogenannten Arabischen Frühlings hat Ägypten mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. . Weil zudem die Gasleitung von der Halbinsel Sinai nach Jordanien und Israel inzwischen 13 Mal von aufständischen Beduinen bei El Arisch gesprengt worden ist, entgehen Ägypten erhebliche Einnahmen.

Auch Israelbekommt die Folgen der Sprengungen zu spüren. So stiegen im jüdische Staat die Strompreise stark an. Wegen des Ausbleibens umweltfreundlichen Naturgases aus Ägypten müssen teure und die Umwelt verschmutzende andere Treibstoffe zur Stromerzeugung verwendet werden. Dieser Tage wurde in Israel eine Verteuerung des Stroms um weitere acht Prozent verkündet. Ebenso wurde in Israel der Benzinpreis auf mehr als acht Schekel (1,61 Euro) pro Liter erhöht. Noch vor wenigen Wochen kostete der Liter 1,20 Euro.

Quelle: ntv.de, Ulrich W. Sahm, Jerusalem