Wirtschaft

Drosselungen in Spanien und Italien: Alcoa macht Verlust

Die weltweite Konjunkturabkühlung wirft ihre Schatten voraus. Der US-Aluminiumriese Alcoa vermeldet für das vierte Quartal 2011 rote Zahlen. Das Unternehmen will ein italienisches Werk in absehbarer Zeit dichtmachen. Auch in Spanien wird die Produktion runtergefahren.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Aluminium findet in vielen Branchen Verwendung. Deshalb gilt der Gigant Alcoa als wichtiges Konjunktur-Barometer. Diesmal präsentiert das Unternehmen einen Quartalsverlust - gibt sich für 2012 aber dennoch optimistisch.

Die sinkenden Aluminium-Preise haben den amerikanischen Aluminium-Riesen Alcoa tief ins Minus gedrückt. Im Schlussquartal 2011 fiel ein Verlust von 191 Mio. Dollar an, wie das vom Deutschen Klaus Kleinfeld geführte Unternehmen nach US-Börsenschluss mitteilte. Im Vorjahresquartal hatte Alcoa noch 258 Mio. Dollar verdient. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 5,99 Mrd. Dollar zu.

Produktion wird gedrosselt

Die Branche hat das Problem, dass die Aluminium-Preise gefallen sind, während die Rohstoffkosten steigen. Alcoa versucht, mit Kapazitätskürzungen gegenzusteuern - und das sorgte zunächst einmal für noch höhere Verluste. Das hohe Minus ging größtenteils auf die Belastungen durch geplante Sparmaßnahmen wie Werksschließungen zurück. Sie schlagen im vierten Quartal mit 159 Mio. Dollar zu Buche.

Alcoa hatte die Sparmaßnahmen bereits vergangene Woche angekündigt. Insgesamt sollen die Kapazitäten in der Aluschmelze um zwölf Prozent gekappt werden. Neben US-Standorten ist auch Europa betroffen. Im italienischen Werk Portovesme solle die Kapazität zunächst zurückgefahren werden und die Fabrik später ganz geschlossen werden, teilte das Unternehmen mit. In Spanien werde die Produktion in den Werken La Coruna und Aviles in der ersten Jahreshälfte vorübergehend verringert.

Die Anlagen gehören zu den kostenintensivsten des Konzerns. Die Produktionskürzungen in Europa entsprächen fünf Prozent des gesamten Alcoa-Ausstoßes, hieß es. In den drei Fabriken in Spanien und Italien arbeiten Alcoa zufolge derzeit rund 1500 Menschen. Über ihre Zukunft werde erst entschieden, wenn die nun begonnenen Beratungen abgeschlossen seien, erklärte das Unternehmen. Neben den Produktionskürzungen werde sich Alcoa auch mit Nachdruck darum bemühen, die Rohstoffkosten zu senken.

Alcoa verbreitet Zuversicht

Im vierten Quartal fuhr Alcoa zwar einen Verlust ein, im Gesamtjahr verdiente der Konzern jedoch 611 Mio. Dollar. 2010 hatte der Gewinn noch bei 254 Mio. Dollar gelegen. Der Umsatz kletterte um 19 Prozent auf 24,95 Mrd. Dollar.

Alcoa gilt als ein Gradmesser für die Konjunktur, da Aluminium in vielen wichtigen Branchen wie dem Auto- und Flugzeugbau eingesetzt wird. Und das Unternehmen ist zuversichtlich, was die Gesundheit dieser Industrien angeht. Für 2012 rechnet Alcoa mit einem Wachstum der weltweiten Aluminium-Nachfrage um sieben Prozent und nach den Kapazitätssenkungen auch mit Lieferengpässen. 2011 war der Aluminium-Bedarf um 10 Prozent gestiegen, 2010 um 13 Prozent. Die Aktie legte nachbörslich um 0,48 Prozent zu. In der Handelszeit war sie um knapp drei Prozent gestiegen.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen