Donnerstag, 29. Juli 2010
Böhmen setzt sich durch: Anheuser-Busch verliert Bierstreit
Die tschechische Brauerei Budjovický Budva gewinnt einen Markenstreit um "Budweiser". Der Europäischen Gerichtshof entscheidet im Sinne der Böhmen.
Anheuser-Busch und Budejovický Budvar streiten sich seit Jahren weltweit vor Gerichten um die Rechte an der Marke "Budweiser"
(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Die tschechische Brauerei Budjovický Budvar hat einen Streit um die Marke "Budweiser" nun endgültig gewonnen. Die Böhmen setzten sich vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen den weltgrößten Brauerei-Konzern Anheuser Busch Inbev durch. Budejovicky Budvar hat damit weiterhin das Recht, "Budweiser" als Biermarke in Deutschland und Österreich zu führen.
Der (EuGH) lehnte die europaweite Eintragung der Marke für die US-Brauerei Anheuser-Busch ab. Schon Jahre vor dem Markenantrag der US-Brauerei 1996 hätten die Tschechen Budweiser in Deutschland und Österreich verkauft, so die Richter. Damit bestätigte der EuGH ein Urteil des europäischen Gerichts Erster Instanz vom Frühjahr 2009.
Im September hatte der EuGH allerdings entschieden, dass Budweiser nicht EU-weit als Herkunftsbezeichnung für tschechisches Bier geschützt ist. Als Konsequenz beider Urteile gilt für den Markenschutz nun jeweils nationales Recht. In Deutschland und Österreich ist "Budweiser" also tschechisch. Bei Auslandsreisen können Biertrinker aber auch auf amerikanisches "Budweiser" stoßen.
Anheuser Busch ist nach eigenen Angaben Marktführer in den USA; der US-Brauriese gehört inzwischen zum belgischen InBev-Konzern.
Anheuser-Busch und Budejovický Budvar streiten sich seit Jahren weltweit vor Gerichten um die Rechte an der Marke "Budweiser". Übersetzt bedeutet dieser Begriff "aus Budweis", einer böhmischen Stadt. In den USA wurde Budweiser 1878 als Warenzeichen eingetragen. In Südböhmen wird das Budweiser Bier aber bereits seit 1265 gebraut.
dpa/AFP
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