Wirtschaft

Disney-Boss im VerwaltungsratApple regelt Jobs-Nachfolge

16.11.2011, 13:15 Uhr

Apple und Disney rücken noch enger zusammen. Der Chef des Unterhaltungskonzerns, Iger, rückt ins Allerheiligste, den Apple-Aufsichtsrat, ein. Damit kommt Apple unter anderem an wertvolle Inhalte für seine iTunes-Plattform. Diese Personalie ist im Sinne des verstorbenen Apple-Gründers Jobs, der die Allianz mit Disney gefördert hatte.

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Bob Iger (Foto: REUTERS)

Apple regelt die Nachfolge des verstorbenen Gründers bs im Verwaltungsrat und stärkt die Verbindung zu Disney. Der Chef des Unterhaltungsriesen,

Bob Iger, zieht ins Aufsichtsgremium ein. Vorsitzender des Verwaltungsrates wird

der ehemalige Chef der Biotech-Firma Genentech, Arthur Levinson. Er ist ein langjähriger

Jobs-Vertrauter. Der Apple-Gründer war im August nur wenige Wochen vor seinem Tod

vom Chefposten an die Spitze des Verwaltungsrates gewechselt.

Das Bündnis mit Disney liefert Apple wertvolle Inhalte

für seine iTunes-Plattform und erwartete weitere Vorstöße ins TV-Geschäft. Zu dem

Medienkonzern gehört neben der Filmsparte auch Fernsehsender-Ketten unter anderem

mit ABC, dem Sportsender ESPN und den Disney-Kinderkanälen. Zuletzt wurde immer

mehr spekuliert, dass Apple in den kommenden Jahren einen eigenen Fernseher auf

den Markt bringen könnte. Dafür wäre ein breiter Zugriff auf TV-Inhalte entscheidend.

Iger ist mit Apple schon seit langer Zeit verbunden.

Der Lenker des weltgrößten Unterhaltungskonzerns hatte Steve Jobs dessen Animationsstudio

Pixar 2006 abgekauft und ihn mit Aktien bezahlt, wodurch Steve Jobs persönlich zum

größten Disney-Anteilseigner aufstieg.

Kein Eingreifen ins Tagesgeschäft

Levinson ist bereits seit 2000 Mitglied im höchsten Gremium

des Unternehmens und hatte sich dort zu einer der wichtigsten Figuren entwickelt.

Das Board von Apple war in den vergangenen Jahren von manchen Investoren als zu

"Jobs-hörig" kritisiert worden, unter anderem weil es die äußerst verschlossene

Informationspolitik von Apple zu den Gesundheitsproblemen des Gründers tolerierte.

Der Verwaltungsrat ("Board of Directors") hat

in den USA hat die Aufgabe, das Management zu kontrollieren und die Strategie des

Unternehmens mitzubestimmen, greift aber nicht ins Tagesgeschäft ein. Der Apple-Verwaltungsrat

galt bislang als kleine, schlagkräftige Truppe, die fest hinter dem Management steht

- auch wenn es etwa darum geht, den Druck von Aktionären abzuwehren, die einen Teil

der gigantischen Geldreserven von mehr als 70 Milliarden Dollar gern als Dividende

ausgezahlt sehen würden.

Jobs, der am 5. Oktober im

Alter von 56 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung starb, war über viele Jahre

hinweg das Gesicht des Unternehmens.

Quelle: dpa