Samstag, 02. Januar 2010
Ende des Monats wird umgeschuldet: Argentinien sucht Anschluss
Argentinien will Ende Januar mit der Umschuldung von notleidenden Anleihen im Umfang von 20 Mrd. Dollar beginnen. Nach den Worten von Wirtschaftsminister Amado Boudou werden voraussichtlich 60 Prozent der Gläubiger die neue Offerte annehmen.
"Tango Pasion" aus Buenos Aires: Investoren wünschten sich so viel Leidenschaft bei dem Versuch Schulden zurückzuzahlen.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Privatinvestoren, die rund 25 Prozent der noch ausstehenden notleidenden Bonds halten, werde die Regierung einen geringeren Abschlag anbieten. Sie würden zudem mehr Zeit zur Annahme der Offerte erhalten. Das Angebot werde eine siebenjährige Anleihe beinhalten, um die Investoren für entgangene Zinszahlungen zu entschädigen, sagte Boudou weiter.
Mit dem neuen Vorstoß will sich Argentinien erneut den dringend notwendigen Zugang zu den internationalen Anleihemärkten verschaffen. Das südamerikanische Land hatte sich 2001/2002 für zahlungsunfähig erklärt und Auslandsschulden im Volumen von rund 100 Mrd. US-Dollar nicht mehr bedient. Es war eine der größten Staatspleiten der Geschichte.
Argentinien kann nur mit günstigen Bedingungen auf den internationalen Kapitalmärkten rechnen, wenn sich das Land auch mit den staatlichen Gläubigern einigt, die ihre Interesse unter dem Namen "Pariser Club" vertreten. Argentinien schuldet dem Pariser Club noch 6,5 Mrd. US-Dollar.
Bereits 2005 mutete Argentinien seinen Gläubigern im Rahmen eines Umschuldungsangebots massive Wertverluste zu. Rund ein Viertel der Anleiheinhaber - darunter auch etliche deutsche Anleger - weigerten sich, dies zu akzeptieren. Viele von ihnen versuchten, ihre Ansprüche gerichtlich durchzusetzen. Die Regierung hat bereits wiederholt erklärt, das neue Angebot werde den Investoren keine besseren Konditionen bieten als die Offerte aus dem Jahr 2005.
ddi/rts
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