US-Markt gibt GasAutomarkt fährt aus der Krise
Nach dem dramatischen Absatzeinbruch in den vergangenen Monaten stabilisiert sich der deutsche Automarkt. Nach Informationen des Importeurverbands VDIK werden im November 262.500 Wagen neu zugelassen. Damit ist das Minus zum Vorjahr immerhin auf sechs Prozent zusammengeschmolzen.
Die Talfahrt am deutschen Automarkt hat sich im November deutlich verlangsamt. Im vergangenen Monat seien rund 263.000 Fahrzeuge neu zugelassen worden - sechs Prozent weniger als im November 2009, teilte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) in Bad Homburg mit. Damit fiel der Rückgang deutlich niedriger aus als im Vormonat.
Im Oktober war etwa ein Fünftel weniger neue Autos auf die Straßen gekommen als vor Jahresfrist, weil keine staatlichen Kaufanreize mehr gezahlt werden. Für Dezember rechnet der VDIK erstmals in diesem Jahr mit mehr Neuzulassungen als im Vorjahresmonat. Im Herbst 2009 war die Abwrackprämie ausgelaufen, die einen Verkaufsboom ausgelöst hatte. Seither waren die Neuanmeldungen gesunken.
Während sich die Autonachfrage hierzulande langsam stabilisiert, befinden sich die Pkw-Absätze in anderen europäischen Ländern weiter im freien Fall. In Frankreich verzeichneten die Hersteller einen Verkaufsrückgang um elf Prozent, in Italien belief sich der Rückgang auf 21 Prozent, und im wirtschaftlich angeschlagenen Spanien sanken die Neuzulassungen um über ein Viertel.
Die deutschen Hersteller wie Volkswagen, Daimler und BMW profitieren derzeit vor allem vom Export nach Übersee, denn in den USA erholte sich die Nachfrage im November weiter. An der Börse kam das gut an: Die Aktien von BMW, Daimler, Volkswagen und Porsche legten in der Spitze zwischen 1,5 und drei Prozent zu. BMW markierte damit ein Rekordhoch bei 62,25 Euro.
Alle deutschen Autohersteller verzeichneten im November auf dem einst weltgrößten Pkw-Markt hohe zweistellige Verkaufszuwächse: Bei BMW legte der Absatz um 27 Prozent zu, bei VW um 24 Prozent und bei der Daimler-Pkw-Marke Mercedes-Benz um 8,4 Prozent. Den Transporter Sprinter mitgerechnet, erzielte der Stuttgarter Konzern nach Unternehmensangaben im November das höchste Verkaufsvolumen in den USA seit 2007. Die VW-Tochter Audi legte sogar um 37,5 Prozent zu und meldete einen Verkaufsrekord. Der zu VW gehörende Marke Porsche schlug fast die Hälfte mehr von ihren Sportwagenbauer los als vor einem Jahr.
US-Käufer greifen wieder zu Spritfressern
Auch die US-Hersteller profitieren davon, dass die Amerikaner wieder mehr Autos kaufen. Getrieben wird das Wachstum durch Rabatte, mit denen die Händler die Verbraucher rund um die Ferienzeit von Thanksgiving in die Autohäuser locken. Die niedrigen Benzinpreise in den USA sorgen zudem dafür, dass Spritfresser wie die sportlichen Geländewagen und Pick-ups wieder gefragt sind.
Der kürzlich mit Furore an die Börse zurückgekehrte General-Motors-Konzern steigerte den Absatz im vergangenen Monat um elf Prozent. Die Kernmarken Chevrolet, Buick, GMC und Cadillac legten sogar um 21 Prozent zu. Im bisherigen Jahresverlauf beträgt das Plus des Opel-Mutterkonzerns auf seinem Heimatmarkt sechs Prozent. Ford, Nummer zwei in den USA, verkaufte im November 24 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die vom italienischen Hersteller Fiat kontrollierte Marke Chrysler, auf Rang fünf in den USA, setzte sowohl im vergangenen Monat als auch im Jahresverlauf jeweils 17 Prozent mehr Fahrzeuge ab als ein Jahr zuvor.
Lediglich Toyota schwächelte. Der japanische Weltmarktführer verkaufte in den USA drei Prozent weniger Fahrzeuge. Offenbar haben die Verbraucher die Massenrückrufe Anfang 2010 immer noch nicht verziehen haben.Satte Zuwächse verzeichnete dagegen der koreanische Rivale Hyundai.
Experten rechnen damit, dass sich der wichtige US-Markt in den nächsten Monaten weiter erholen wird. "Die Erholung kommt nicht über Nacht, aber 2011 werden wir eine weitere graduelle Verbesserung sehen", sagte GM-Vertriebschef Jim Bunnell. "Der Markt weist zum Jahresende hin die Zeichen der Erholung auf, die wir erhofft haben", sagte der Chefökonom des US-Versicherers Nationwide, Paul Ballew.