Mit Vollgas durch den HerbstBASF erwartet Spitzenjahr
Die Chemiker haben wieder alle Hände voll zu tun: Nach einem starken Sommergeschäft kann BASF-Chef Jürgen Hambrecht die Ziele für das Gesamtjahr kräftig nach oben schrauben. Für 2011 tritt er allerdings vorsichtshalber auf die Bremse.
Der Chemieriese BASF hat nach glänzenden Geschäften in den Sommermonaten seine Ziele für das Gesamtjahr hochgeschraubt. Bis zum Ende des Jahres soll der Umsatz bei rund 63 Mrd Euro liegen, teilte das Unternehmen mit. Operativ peilt der Dax-Konzern ein Vorsteuerergebnis vor Sondereinflüssen (Ebit) von über 8 Mrd. Euro an. "Dies übertrifft die bisherigen Höchstwerte aus den Jahren 2007 und 2008", erklärte Konzernchef Jürgen Hambrecht und verwies auf die gute Konjunkturentwicklung. Im Jahr 2008 hatte der weltgrößte Chemiekonzern 62,3 Mrd. Euro umgesetzt und einen bereinigten operativen Gewinn von 6,9 Mrd. Euro erwirtschaftet.
Bereits im September hatte BASF-Chef Hambrecht ein drittes Quartal in Aussicht gestellt, das deutlich über den Erwartungen der Analysten liegt. Zudem hatte er sich bei der Umsatzerwartung für das Gesamtjahr zuversichtlicher gezeigt. Es laufe in allen Arbeitsgebieten rund, hatte der Manager erklärt. Vor allem im Chemiegeschäft, in den Sparten Chemicals, Plastics, Performance Products und Functional Solutions seien die Anlagen sehr gut ausgelastet.
Im dritten Quartal 2010 beliefen sich die Erlöse nun auf 15,8 Mrd. Euro, was einem Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Das Ebit vor Sondereinflüssen erhöhte sich im Quartal um 77 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro. Das Ebit nach Sondereinflüssen schoss um 122 Prozent auf 2,15 Mrd. Euro in die Höhe. Analysten hatten zuletzt im Schnitt einen 57-prozentigen Anstieg des um Sondereinflüsse bereinigten Betriebsgewinns auf 1,96 Mrd. Euro prognostiziert.
Am Markt kamen die Zahlen gut an: Die Aktien kletterten im frühen Börsenhandel um rund 1,7 Prozent, nachdem sie am Vorabend 0,8 Prozent auf 50,64 Euro verloren hatten. Ein Händler warnte jedoch: Einige Anleger hätten bereits mit einem guten Ergebnis gerechnet, so dass es im Verlauf des Handels Gewinnmitnahmen geben könnte.
Für das vierte Quartal werde nun eine weiterhin gute Geschäftsentwicklung erwartet, kündigte BASF an. Allerdings könne nicht davon ausgegangen werden, dass sich die wirtschaftliche Dynamik der vergangenen Monate in 2011 unverändert fortsetzen werde, sagte Hambrecht. Risiken sieht der BASF-Chef in der nach wie vor hohen Verschuldung zahlreicher Länder, welche die Stabilität der Finanz- und Bankensysteme bedrohe. Zudem könnten die Sparanstrengungen der Länder die Nachfrage belasten, auch liefen die staatlichen Konjunkturprogramme aus.