Mittwoch, 14. Juli 2010
Zweistelliges Wachstum erwartet: BMW erobert Lateinamerika
Obwohl China beim Autoabsatz derzeit das Maß aller Dinge ist, schielt BMW verstärkt nach Lateinamerika. Besonders interessant ist dabei der brasilianische Markt.
BMW will nicht zu abhängig von China werden.
(Foto: picture alliance / dpa)
BMW will im noch sehr kleinen Oberklasse-Automarkt Lateinamerika kräftig wachsen. In diesem Jahr werde der Konzern dort im hohen zweistelligen Prozentbereich zulegen und einen neuen Spitzenwert beim Absatz erzielen, sagte Vertriebschef Ian Robertson.
2009 verkauften die Münchner in der Region knapp 14.800 Fahrzeuge der Marken BMW und Mini. Im ersten Halbjahr 2010 waren es fast 9700, was - dank niedrigerer Vergleichszahlen - einem Plus von 85 Prozent entspricht. Lateinamerika zähle zu den am schnellsten wachsenden Regionen für den Konzern, sagte der Vertriebsvorstand.
Derzeit profitieren die Premiumhersteller vor allem vom anhaltenden Pkw-Boom in China, wo sich viele Hersteller zuletzt über eine Verdopplung der Absatzzahlen freuten. Im Reich der Mitte sind teure deutsche Luxuslimousinen besonders gefragt. BMW hat sich allerdings vorgenommen, nicht zu abhängig vom weltgrößten Automarkt zu werden.
In Lateinamerika entscheiden sich die meisten Autokäufer allerdings für günstige Modelle von Massenherstellern. Die Nachfrage nach Oberklasseautos ist gering. Größter Markt in der Region, zu der die Autobauer alle Staaten südlich von Mexiko zählen, ist Brasilien. Mit weitem Abstand folgt Argentinien. Dort verkaufen auch die deutschen Luxusautobauer die meisten Fahrzeuge. Die Volkswagen-Tochter Audi lieferte in Lateinamerika im Krisenjahr 2009 gut 8700 Wagen aus, in den ersten sechs Monaten 2010 waren es knapp 6700.
rts
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