Absatz steigt, Mitarbeiterzahl nichtBMW stockt nicht auf
Die Autobranche kommt nach der Krise wieder in Fahrt. Allen voran BMW. Doch die steigenden Verkäufe lassen die Personalmanager kalt: Neueinstellungen wird es erst einmal nicht geben.
BMW will trotz der
überraschend starken Erholung in der Autobranche die Belegschaft kaum
aufstocken. Die Zahl der Leiharbeiter liege aktuell bei circa 5000 und werde
bis Jahresende "vielleicht noch ganz leicht ansteigen", sagte
Personalchef Harald Krüger. Die Einstellung neuer fester Mitarbeiter sei
derzeit kein Thema. "Wir wollen sehen, wie nachhaltig sich die Märkte
entwickeln." Der Münchner Hersteller beschäftigt weltweit rund 96.000
Menschen, davon etwa 70.000 in Deutschland.
Der Konzern profitiert wie
die Konkurrenz von der starken Pkw-Nachfrage in den beiden weltgrößten
Automärkten China und USA. Um mit der - in den Krisenmonaten stark gedrosselten
- Produktion hinterherzukommen, verhandelt BMW derzeit mit dem Betriebsrat über
Zusatzschichten in den deutschen Werken. In Leipzig, wo die 1er-Reihe und der
kleine Geländewagen X1 vom Band laufen, einigte man sich laut Krüger darauf,
bis Weihnachten fast jeden Samstag zu arbeiten. Am größten BMW-Standort
Dingolfing soll bis Ende Juli eine Vereinbarung über flexible
Schichtverlängerungen erzielt werden. Dort werden der neue 5er und auch die
großen Limousinen der 6er- und 7er-Reihe gebaut. Auch für die Werke München und
Regensburg liefen finale Verhandlungen.
Neueinstellungen derzeit kein Thema
Die zusätzliche Arbeit werde
über Zeitkonten abgepuffert, die jetzt wieder aufgefüllt würden, erläuterte
Krüger. In einzelnen Werken hätten die Mitarbeiter bereits wieder Plusstunden
aufgebaut. Mit Arbeitszeitkonten und Leiharbeitern will BMW die Produktion
aufstocken, ohne zusätzliche Festangestellte an Bord zu holen. Über
Neueinstellungen müsse noch diskutiert werden, sagte Betriebsratschef Manfred
Schoch.
Parallel zur Erholung der
Märkte hatte BMW die Zahl der Leiharbeiter von 1000 in den Krisenmonaten auf
rund 5000 angehoben. Dass der Konzern wieder 10.000 Zeitarbeiter wie vor der
Krise beschäftigt, hielt Krüger nicht für vorstellbar. "Im Augenblick gibt
es aber keine Zielgröße."