Wirtschaft

Geld zur Deckung der PestkostenBP verscherbelt Gasfelder

20.07.2010, 22:14 Uhr

Die Ölpest im Golf von Mexico zwingt den britischen Öl-Multi BP beim Verkauf milliardenschwerer Vermögenswerte in eine ungünstige Verhandlungsposition. Interessenten wissen nur zu gut, dass BP die Einnahmen dringend benötigt. Mit allen Mitteln werden sie versuchen, den Preis zu drücken.

2010-07-20T000803Z-01-ALE01-RTRMDNP-3-BP-JPG8189346580308116866
Schwierige Verkaufsverhandlungen: Mit einem Ölpest-Binus kann BP nicht rechnen. (Foto: REUTERS)

Der britische Energiekonzern BP will eigenen Angaben zufolge Gasgeschäfte in Asien im Wert von rund 1,7 Mrd. Dollar verkaufen, um die Kosten der Ölpest im Golf von Mexiko zu stemmen.

Man prüfe die Veräußerung des BP-Anteils am Gasprojekt Nam Con Son in Vietnam, bestätigte ein Sprecher des britischen Konzerns entsprechende Gerüchte. Zudem plane BP, sogenannte Upstream-Geschäftsteile in Pakistan zu verkaufen. Die Verkaufspläne beziehen sich damit auf Explorations- und Bohrvorhaben in dem krisengeschüttelten Land zwischen Iran und Indien. "Downstream" steht in der Sprache der Ölkonzerne dagegen für den Handel mit Mineralölprodukten wie Heizöl, Benzin oder Kerosin von den Raffinerien "abwärts" zum Kunden.

Früheren Ankündigungen zufolge will sich BP zur Finanzierung eines 20 Mrd. Dollar schweren Entschädigungsfonds von Geschäftsteilen im Wert von insgesamt zehn Milliarden Dollar trennen. Der Konzern gilt wegen der Ölkatastrophe und den bislang kaum abschätzbaren Folgekosten als angeschlagen. Auch über eine Übernahme wird immer wieder spekuliert.

Quelle: mmo/rts