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Züge sollen bis in den hohen Norden rollen: Wladimir Putin weiß ordentliche Infrastruktur zu schätzen.
Züge sollen bis in den hohen Norden rollen: Wladimir Putin weiß ordentliche Infrastruktur zu schätzen.(Foto: REUTERS)

Schienenwege für Russlands Norden: Bahn will in Sibirien bauen

Tief im russischen Hinterland soll mit Hilfe ausländischer Fachkräften eine milliardenteure Eisenbahnstrecke entstehen. Einem Zeitungsbericht aus Moskau zufolge bewirbt sich auch die Deutsche Bahn um das Projekt. Die Expertise der Deutschen ist offenbar hochwillkommen.

Die Deutsche Bahn (DB) will sich einem Zeitungsbericht zufolge am Bau einer gut 700 Kilometer langen Eisenbahnstrecke in Nordsibirien beteiligen. Dazu prüfe die DB einen Einstieg bei dem zuständigen russischen Unternehmen, zitierte die Moskauer Zeitung "Wedomosti" den Chef der russischen Repräsentanz der DB International, Sergej Samjatin.

Extreme Witterungsbedingungen, anspruchsvolles Terrain: Die Deutsche Bahn soll bis zum Polarkreis Gleise legen.
Extreme Witterungsbedingungen, anspruchsvolles Terrain: Die Deutsche Bahn soll bis zum Polarkreis Gleise legen.(Foto: REUTERS)

Bundesverkehrs- und Bundesfinanzministerium seien bereits informiert, hieß es. Die Entscheidung der russischen Seite liege noch nicht vor. Experten zufolge hat das Projekt einen Wert von rund 4,3 Mrd. Euro, schrieb das Blatt.

Es sollten rund 300 Kilometer der Strecke grundlegend modernisiert und 400 Kilometer komplett neu gebaut werden, schrieb die Zeitung. "DB International, die reichlich Erfahrung beim Bau von Eisenbahnen in nördlichen Gebieten Norwegens und Kanadas hat, könnte unter anderem die technische Expertise des Projekts des Hauptabschnitts der Strecke übernehmen - zwischen Salechard am Polarkreis und der Stadt Nadym."

Die Strecke liegt in der Region Workuta. In der Stalin-Ära hatten sowjetische Behörden dort zehnttausende Gefangene des Straflagersystems Gulag zur Arbeit im Eisenbahnbau gezwungen, darunter auch politische Häftlinge, Oppositionelle und Kriegsgefangene aus Deutschland.

Nach Angaben von Niederlassungsleiter Samjatin hat die Deutsche Bahn noch nicht über die Form des Einstiegs entschieden. Nicht ausgeschlossen sei die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens, sagte er.

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Quelle: n-tv.de

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