Steuerverfahren in DeutschlandBank Julius Bär kauft sich frei
Die Schweizer Bank Julius Bär einigt sich mit den deutschen Behörden auf die Zahlung von 50 Millionen Euro und wendet so ein mögliches Verfahren wegen unversteuerter Kundenvermögen ab.
Die Schweizer Privatbank Julius Bär kauft sich bei den deutschen Behörden für 50 Mio. Euro von weiteren Steuerverfahren frei. Damit würden die gegen die Bank und ihre Mitarbeiter geführten Ermittlungen wegen unversteuerter Vermögen in Deutschland eingestellt, teilte die Bank mit.
Anlass der Ermittlungen seien Selbstanzeigen deutscher Kunden und von den deutschen Behörden gekaufte Daten. Noch im vergangenen Dezember hatte die Bank Julius Bär auf Berichte über eine CD mit gestohlenen Kundendaten gelassen reagiert. Es gebe keinerlei Hinweise, dass das Institut von Datendiebstahl betroffen sei, hieß es damals.
"Wir haben uns mit den Behörden geeinigt, um langwierige und, wie wir glauben, mühsame Ermittlungen zu vermeiden," sagte Unternehmenschef Boris Collardi. Deutschland sei für die Bank einer der wichtigsten Auslandsmärkte. Mit der Übereinkunft erkenne die Bank lediglich ein "geringfügig schuldhaftes Verhalten" an. Kundendaten und Informationen seien nicht kompromittiert worden.
Eine vergleichbare Übereinkunft in anderen Ländern erwarte er nicht, so Collardi weiter. Im Gegensatz zur heutigen Einigung mit den deutschen Behörden hatte die größere Schweizer Konkurrentin UBS 2009 zur Beilegung eines Rechtsstreits in den USA der Übergabe von 4450 Kundendaten zugestimmt. Der Großbank hatte eine Anklage wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung gedroht.
Die Übereinkunft sei eine gute Lösung für Julius Bär, so ein Schweizer Branchenkenner. Einen durch ein langes Verfahren ramponierten Ruf zu reparieren, wäre Julius Bär sicherlich teurer zu stehen gekommen.
Julius Bär ist das größte ausschließlich auf Vermögensverwaltung spezialisierte Geldinstitut der Schweiz. Derzeit verwaltet die Bank Kundenvermögen im Wert von rund 267 Mrd. Schweizer Franken.