Freitag, 21. Mai 2010
HRE beschert Milliardenverlust: Bankenrettungsfonds tiefrot
Während auf politischer Ebene gerade milliardenschwere Garantien für angeschlagene Euro-Staaten auf den Weg gebracht werden, meldet sich der Bankenkrettungsfonds mit einem milliardenschweren Verlust zurück. Zwar lässt sich der Fonds seine Garantien gut bezahlen, doch hohe Bewertungsabschläge für die Hypo Real Estate schlagen stark ins Kontor.Die Sanierung der Pleitebank Hypo Real Estate hat den Bankenrettungsfonds SoFFin im vergangenen Jahr tief in die Verlustzone gestürzt. Der mit Steuergeldern ausgestattete Fonds wies für 2009 einen Verlust von 4,26 Mrd. Euro aus. Die Neubewertung von Beteiligungen habe operative Überschüsse in Höhe von 497 Mio. Euro mehr als aufgezehrt, erklärte der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin).
Die Beteiligung des Fonds an dem inzwischen verstaatlichten Immobilienfinanzierer HRE und dessen Tochter Deutsche Pfandbriefbank wurden um 4,75 Mrd. Euro im Wert gemindert. Davon entfielen 4,1 Mrd. Euro auf Aktien und 650 Mio. Euro auf Stille Einlagen. Die übrigen Beteiligungen des Fonds wurden unverändert zum Anschaffungspreis bilanziert.
Der SoFFin gewährte bislang Garantien von insgesamt 144,4 Mrd. Euro. Der Löwenanteil davon (95 Mrd. Euro) kam der HRE zugute. Zudem verteilte der Fonds 28 Mrd. Euro Kapitalspritzen an vier Institute: Commerzbank, HRE, WestLB und Aareal Bank.
"Retten ist kein lukratives Geschäft"
"Das vorgelegte Bewertungsergebnis reflektiert unsere aktuelle Einschätzung der Situation bei der HRE und den anderen Beteiligungen", erklärte SoFFin-Chef Hannes Rehm in der Mitteilung. Inwieweit die Bewertungskorrekturen zu tatsächlichen Verlusten führten, hänge vom Erfolg der Restrukturierung der HRE ab. "Wir tun alles in unserer Macht stehende, um Steuergelder zu schonen", versicherte Rehm. "Retten ist leider kein lukratives Geschäft."
Der 2009 erzielte operative Überschuss von 497 Mio. Euro setzt sich zusammen aus 690 Mio. Euro Provisionserträgen für die Bereitstellung von Garantierahmen sowie der Inanspruchnahme von Garantien. 214 Mio. Euro stammen aus Zinserträgen auf Guthaben sowie auf eine Stille Einlage. Abgezogen werden mussten 407 Mio. Euro für Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen.
Der SoFFin war Ende Oktober 2008 kurz nach der Pleite der US- Investmentbank Lehman Brothers per Gesetz geschaffen worden. Der Fonds hat rund 480 Mrd. Euro zur Verfügung: 400 Mrd. Euro sind für Garantien vorgesehen, 80 Mrd. Euro für die Rekapitalisierung von Banken oder den Ankauf maroder Wertpapiere.
dpa
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