Wirtschaft

Neuer Chef mit gelungenem StartBayernLB-Gewinn erwartet

10.05.2010, 17:03 Uhr

Hat die BayernLB das Schlimmste hinter sich? Die Landesbank schafft im ersten Quartal nach Lage der Dinge den Sprung zurück in die Gewinnzone. Die BayernLB ist mit Steuermilliarden vor dem Zusammenbruch bewahrt worden.

Die schwer angeschlagene BayernLB legt am Dienstag ihre Zahlen für das erste Quartal vor. Nach dem neuerlichen Milliardenverlust im vergangenen Jahr dürfte Deutschlands zweitgrößte Landesbank zwischen Januar und März operativ schwarze Zahlen geschafft haben. Dem Vernehmen nach wird der neue BayernLB-Chef Gerd Häusler auch dank der Erholung an den Kapitalmärkten ein "positiv zufriedenstellendes Ergebnis" vorlegen. Das Kundengeschäft sei zudem stabil geblieben.

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Gerd Häusler bereitet die BayernLB auf einen verkauf vor. (Foto: REUTERS)

Bei seinem Amtsantritt Mitte April hatte Häusler angekündigt, die mit Steuermilliarden gestützte Landesbank in diesem Jahr zurück in die Gewinnzone zu führen. Zuvor hatte das Milliarden-Debakel um die österreichische Hypo Alpe Adria (HGAA) der BayernLB im vergangenen Jahr noch Verluste von 2,6 Milliarden Euro eingebrockt. Im Kerngeschäft konnte die BayernLB 2009 allerdings einen operativen Gewinn von 885 Millionen Euro verbuchen. Häusler soll die Bank nun auch fit für einen Verkauf machen.

Wegen des milliardenschweren HGAA-Fehlkaufs ermitteln Staatsanwälte in München und Klagenfurt. Dabei geht es um den Verdacht, dass unter dem früheren BayernLB-Chef Werner Schmidt im Jahr 2007 absichtlich ein zu hoher Kaufpreis für das marode österreichische Institut gezahlt wurde.

Millionen für Fußballstadion

Außerdem gehen die Ermittler einem Korruptionsverdacht nach, der sich zuletzt erhärtete. Demnach knüpfte der mittlerweile verstorbene Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider den Verkauf der Bank an die Bedingung, dass die BayernLB unter der Hand 2,5 Millionen Euro für ein neues Fußballstadion zahlte, wie nach Medienberichten aus Unterlagen der Staatsanwaltschaft München I hervorgeht.

Die bayerischen Steuerzahler hat das Drama um die HGAA 3,7 Milliarden Euro gekostet, der frühere BayernLB-Chef Michael Kemmer musste deshalb seinen Posten räumen.

Quelle: dpa