Wirtschaft

Leterme stellt klarBelgien nicht hilfsbedürftig

13.01.2011, 16:23 Uhr

Wegen seiner unklaren politischen Verhältnisse ist Belgien seit geraumer Zeit auf dem Radar der Finanzmärkte. Der geschäftsführende Regierungschef Leterme sieht allerdings keinen Bedarf seines Landes an Finanzhilfe von außen.

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Yves Leterme hat noch immer keinen Nachfolger. (Foto: AP)

Belgien hält eine Unterstützung aus dem EU-Rettungsfonds wegen seiner Staatsverschuldung derzeit nicht für nötig. Eine Bitte um Finanzhilfe wäre "irrational", sagte der geschäftsführende Ministerpräsident Yves Leterme der französischen Zeitung "La Tribune". Die Frage stelle sich für sein Land nicht.

Vor dem Hintergrund der seit rund neun Monaten andauernden politischen Krise geriet Belgien in den vergangenen Tagen an den Finanzmärkten unter Druck. Zuvor gab Leterme allerdings bekannt, dass die Neuverschuldung 2010 nach vorläufigen Zahlen mit 4,6 Prozent unter der mit der EU vereinbarten Marke von 4,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes geblieben ist.

Zur europaweiten Debatte über eine mögliche Aufstockung des Euro-Rettungsschirms sagte Leterme, Europa müsse "bereit sein die Solidarität zu zeigen, die es zur Überzeugung der Märkte braucht". Europa werde "den Euro verteidigen, was auch immer dafür getan werden muss".

Die Regierung Leterme ist seit April 2010 nur noch kommissarisch im Amt, nachdem die Koalition am Streit zwischen Flamen und Wallonen zerbrach. Mehrere Anläufe für eine Staatsreform und neue Regierungsbildung waren bislang erfolglos.

Quelle: AFP