"Inflation sehr, sehr gering"Bernanke beruhigt Politik
Wieder einmal muss Ben Bernanke im US-Repräsentantenhaus "antanzen". Der Fed-Chef sagt nicht allzu viel Neues. Er verteilt in der Inflationsfrage Beruhigungspillen an die Abgeordneten.
Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve, Ben Bernanke, hat erneut die Inflationssorgen amerikanischer Politiker zurückgewiesen. Stark steigende Preise gebe es derzeit in aufstrebenden Ländern wie China und Brasilien, wo das Wachstum und die Nachfrage groß seien, sagte Bernanke bei einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus. Dass aber auch die USA mit einer hohen Inflation rechnen müssten, dafür gebe es trotz steigender Rohstoffpreise keine Anzeichen.
"Die Inflation ist in den USA sehr, sehr gering", sagte Fed-Chef. Er reagierte auf Fragen republikanischer Abgeordneter, die ihr Unbehagen über die lockere Geldpolitik der Notenbank ausdrückten. Sie fürchten nach eigener Aussage, die Fed konzentriere sich so sehr auf die Erholung der US-Wirtschaft, dass sie die Inflationsgefahren außer Acht lasse.
Es sollte "keinen Zweifel" geben, dass die Fed das Land vor starken Preissteigerungen beschützen werde, sagte Bernanke. Er betonte, die Inflationsrate habe 2010 gerade einmal 1,2 Prozent betragen - nach einem doppelt so hohen Wert im Vorjahr.
Die Fed hält nach wie vor an dem historisch niedrigen Leitzins zwischen 0,0 und 0,25 Prozent fest. Sie hatte diesen Zielkorridor als Reaktion auf die schwere Finanzkrise festgelegt. Die Märkte rechnen inzwischen wegen des schleppenden Aufschwungs frühestens 2012 mit einer Zinsanhebung.