Finanzturbulenzen in EuropaBernanke rechtfertigt Eingreifen
Die Bekämpfung der europäischen Schuldenkrise ist auch ein Fall für die US-Notenbank. Das macht Fed-Chef Bernanke gegenüber Kongressvertretern deutlich. Seiner Meinung nach ist auch Schaden vom US-Bankenwesen abgewendet worden.
US-Notenbankchef Ben Bernanke hat den Einsatz der Fed im Kampf gegen die Schuldenkrise in Europa gerechtfertigt. Laut Senator Richard Shelby erklärte Bernanke vor Vertretern der Kongresskammer, die griechische Schuldenkrise sei zwar im Grunde ein europäisches Problem. Doch ohne ein Eingreifen hätte sie nach Einschätzung Bernankes Konsequenzen auch für US-Finanzinstitute und das gesamte Bankensystem des Landes haben können.
Der Fed-Chef trat damit Sorgen der Politiker entgegen, die Währungstauschgeschäfte mit ausländischen Zentralbanken kämen einem Herauskaufen der in Schieflage geratenen Staaten gleich.
Die Fed hatte die Swapgeschäfte mit Zentralbanken weltweit wieder aufgenommen. Damit will sie Liquiditätsengpässen entgegentreten, die durch eine Ausbreitung der Schuldenkrise Griechenlands auftreten und der noch zaghaften Konjunkturerholung in den USA einen schweren Dämpfer versetzen könnten. Mit ähnlichen Swapgeschäften war die Fed 2007 und 2008 gegen die Finanzkrise ins Feld gezogen, hatte die Transaktionen aber im Februar nach einer Beruhigung der Märkte wieder eingestellt.
US-Abgeordnete hatten der Notenbank eine mangelnde Transparenz in ihren Notfallgeschäften vorgeworfen. Der Bankenausschuss des Senats hat Bernanke zu der Aussprache eingeladen.