Weniger Absatz, mehr GewinnBier wird wieder teurer
"Bier schmeckt immer", heißt es in der Werbung. Dennoch sinken die Absätze der Brauer Heineken, Carlsberg und Veltins. Kosten runter und Preise hoch ist ein Rezept in der Krise - und es beschert immerhin Gewinne.
Die Absatzflaute der Bierbrauer hält an. In Deutschland verzeichneten im vergangenen Jahr die Brauereikonzerne Heineken und Calrlsberg Rückgänge. Während Heineken erneut an der Preisschraube drehen will, scheinen Carlsberg und Veltins das nicht nötig zu haben.
Carlsberg hat im vergangenen Jahr auf seinen Stammmärkten zwar weniger Bier abgesetzt, den Nettogewinn dennoch um deutliche 30 Prozent auf 4,2 Mrd Kronen (565 Mio. Euro) gesteigert. Wie das Unternehmen mitteilte, fiel der Umsatz um ein Prozent auf 59,4 Mrd. Kronen.
Holsten, Lübzer, Astra
Durch Übernahme von neuen ausländischen Töchtern stieg der Bierabsatz insgesamt um 6 Prozent auf 116 Mio. Hektoliter. Ohne diese Übernahmen sank er um 4 Prozent. In Deutschland verkaufte Carlsberg seine bisherige Braunschweiger Feldschlösschen-Brauerei. Man habe auf dem deutschen Markt mit eigenen Marken wie Holsten, Lübzer und Astra den operativen Gewinn durch verbesserte Effektivität steigern können, hieß es in Kopenhagen.
Export hilft Veltins
Die deutsche Privatbrauerei Veltins erzielte 2009 bei einem Absatz von 2,46 Mio. Hektolitern - ein Rückgang von 3,8 Prozent zum Vorjahr - einen Umsatz von 256 Mio. Euro. Der erlös lag damit 2,3 Prozent niedriger als noch 2008. Man sei im weiterhin rückläufigen Biermarkt stabil aufgestellt, teilte das Unternehmen mit.
Positiv wertete die Brauerei, traditionell stark auf dem Heimatmarkt Nordrhein-Westfalen, die Exportbemühungen in den Export-Schwerpunktmärkten Italien, Spanien und Niederlande. Der Ausstoß von 143.000 Hektolitern lag rund 2,9 Prozent über dem Vorjahreswert.
Heineken, Amstel
Heineken, der weltweit drittgrößte Bierbrauer, rechnet in vielen Regionen mit einem niedrigeren Absatz und will das durch einen Anstieg seiner Preise ausgleichen. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Sonderposten stieg im Krisenjahr 2009 um 14 Prozent auf 2,095 Mrd. Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Damit traf das Ergebnis weitestgehend die Erwartungen der Analysten.
Im vergangenen Jahr hatte der Konzern, dem unter anderem die Marken Heineken und Amstel gehören, Preiserhöhungen durchgesetzt. Der Anstieg werde in diesem Jahr jedoch deutlich geringer ausfallen, hieß es. Das auf drei Jahre ausgelegte Kostensenkungsprogramm wird den Angaben nach in allen Unternehmenssparten fortgesetzt. Im vergangenen Jahr seien 155 Millionen Euro eingespart worden.
Heineken litt wie die Konkurrenz an vorsichtigen Konsumenten, die in der Wirtschaftskrise weniger Bier tranken. Der Gewinnanstieg kommt vor allem durch die Kostensenkungen zustande. Im kommenden Jahr sind niedrigere Kosten für die Niederländer nicht abzusehen. Der voraussichtliche Preisverfall der Gerste werde durch höhere Energiekosten, Werbeausgaben und Marketingkosten ausgeglichen, so der Konzern.