Wirtschaft

Nach schwerem BuchungsfehlerBoA zieht Reißleine

11.07.2010, 09:29 Uhr

Die Bank of America reagiert auf schwere Buchungsfehler. Das kapitalstärkste Geldinstitut der Welt forciert die interne Kontrolltätigkeit.

Earns-Bank-of-America-NYRD202-jpg6106616949783397361
Kaum Auswirkungen auf den Konzerngewinn. (Foto: AP)

Nach milliardenschweren Buchungsfehlern verschärft die Bank of America (BoA) ihre internen Kontrollen. In den Jahren 2007 bis 2008 seien mehrere Geschäfte falsch verbucht worden, teilte das Kreditinstitut in einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht mit.

Der erste Buchungsfehler sei im März 2007 unterlaufen. Damals seien 4,5 Milliarden Dollar an falscher Stelle aufgetaucht. Ende September 2008 sei es zu einer erneuten Fehlbuchung gekommen, die die US-Großbank mit 10,7 Milliarden Dollar bezifferte.

"Die Transaktionen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Gewinn in der Bilanz", sagte Konzernsprecher Jerry Dubrowski. Wären sie korrekt verbucht worden, hätte sich die Kernkapitalquote der Bank am 30. September 2008 um lediglich 0,01 Prozent verringert, fügte er hinzu. Seitdem habe das Geldhaus nach internen Überprüfungen keine weiteren Fehler entdecken können.

JPMorgan überholt

Einer Studie zufolge ist die Bank of America die kapitalstärkste Bank der Welt. Im jüngsten Ranking des Magazins "The Banker" stieß das Institut damit seinen US-Rivalen JPMorgan vom Thron. Den Angaben zufolge stieg das Kernkapital (Tier 1) der Bank of America im vergangenen Jahr um ein Drittel auf 160 Milliarden Dollar, während das von JPMorgan um zwei Prozent zurückging auf 133 Milliarden Dollar.

Allerdings profitierte die BofA dabei auch von der Übernahme von Merrill Lynch im Zuge der Finanzkrise 2008. Damals wurde Bank of America von der US-Regierung mit Milliardenhilfen gestützt, um einen Zusammenbruch zu verhindern.

Die BoA legt am kommenden Freitag ihre Quartalszahlen vor.

Quelle: rts