Wirtschaft

Multimilliardär mit Herz und HumorBuffett feiert Geburtstag

30.08.2010, 11:36 Uhr

Der drittreichste Mensch der Erde feiert seinen 80. Geburtstag: Warren Buffett. Die Investoren-Legende denkt aber nicht ans Aufhören. Das wäre auch schade, denn Buffett ist in der Welt der Finanzspekulanten in jeder Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung.

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Warren (Foto: Reuters)

Warren Buffett wäre der Traumopa eines jeden Kindes. Er klopft Sprüche, nimmt sich selbst auf die Schippe, liebt Hamburger und Cherry Coke und ist fit wie ein Turnschuh. Geld für ein dickes Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk hat er auch noch. Am 30. August wird der wohl beliebteste Multimilliardär der Welt 80 Jahre alt.

Buffetts Vermögen wird auf rund 47 Milliarden Dollar geschätzt. Nur der mexikanische Telekom-Tycoon Carlos Slim und Microsoft-Mitgründer Bill Gates haben nach der Forbes-Liste der Superreichen mehr Geld auf der hohen Kante. Die Karriere scheint Buffett dabei in die Wiege gelegt: Sein Vater war Wertpapierhändler, der kleine Warren soll seine ersten eigenen Aktien mit elf Jahren bekommen haben.

Wenn Buffett investiert, ist das eine Ehre für das Unternehmen. Denn nur selten lag er falsch. Meist scheffelte er Millionen und machte auch diejenigen reich, die ihm nacheiferten. Die Briefe an die Aktionäre seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway sind berühmt. Seine zahlreichen Fans nennen ihn ehrfurchtsvoll das "Orakel von Omaha" - wegen seines guten Riechers und seines Geburtsorts in Nebraska.

Auf dem Boden geblieben

Guns-N-Roses
Watten Buffett imitierte in einem Firmenvideo Axl Rose (l), Gründungsmitglied der US-Rock-Band Guns N' Roses. (Foto: REUTERS)

Buffett lebt in Omaha noch immer in dem Haus, das er 1958 für 31.500 Dollar gekauft hatte. Dort zog er seine drei Kinder aus erster Ehe groß. Seine Tochter Susie sagte vor ein paar Jahren in einem Fernsehinterview: "Dad ist der lustigste Typ, den es gibt." Auch ihre Geschwister Howard und Peter erinnerten sich gerne an ihre Kindheit zurück. Sie gingen auf normale Schulen, hatten normale Freunde.

Denn das Streben nach Luxus ist ihrem Vater fremd. Er will nichts Besseres sein. Bei öffentlichen Auftritten wirkt er bescheiden und sympathisch und macht auch grobe Späße mit. Legendär ist seine Gesangseinlage in einem Firmenvideo seines Versicherers Geico. Dort rockt Buffet im Outfit von Axl Rose mit Tattoos, langen Haaren, Stirnband und Lederjacke.

Wohltätiger Spender

Als Chef von Berkshire Hathaway genehmigt sich Buffett ein Jahresgehalt von lediglich 100.000 Dollar. Wenn er private Telefonate im Büro führt, rechnet er das hinterher ab. Den ungeliebten Firmenjet besteigt er nur für geschäftliche Termine. Lediglich seinen Personenschutz lässt sich Buffett von der Firma bezahlen. Denn für Berkshire Hathaway ist Buffett das wichtigste Kapital, die unumstrittene Nummer eins.

Buffett hatte die kleine Textilfirma in den 1960er Jahren übernommen und sie zu einem der größten Unternehmen der Welt gemacht, aktueller Börsenwert 195 Milliarden Dollar. Etwa ein Viertel der Anteile gehören Buffett. Doch er will sich vom Großteil seines Besitzes trennen, das Geld soll in die wohltätige Stiftung seines Freundes Bill Gates fließen. Zusammen haben die beiden 40 andere Milliardäre überredet, auch ihr Geld für gute Zwecke herzugeben.

Ungebremster Arbeitswille

Das Image des netten Opas von nebenan darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Buffett mit seinen Investitionen Geld verdienen will. In der Wirtschaftskrise entließen auch seine Firmen Tausende Mitarbeiter, während Buffett gleichzeitig fünf Milliarden Dollar in die Investmentbank Goldman Sachs steckte. Das Geschäft rechnete sich für ihn und seine Aktionäre.

In Rente will Buffett noch lange nicht gehen, auch wenn Außenstehende bereits über seine Nachfolge diskutieren. "Ich plane, auch jenseits der 100 noch zu arbeiten", sagte Buffett in einem Interview. "Aber dafür muss ich vielleicht ein bisschen umdenken."

Quelle: Daniel Schnettler, dpa