Dienstag, 15. Juni 2010
Athen lockt reiche Staatsfonds: China wittert Gelegenheiten
Der chinesische Logistikkonzern Cosco verfolgt mit dem Hafen Piräus große Pläne.
(Foto: picture alliance / dpa)
China plant einem Bericht zufolge große Investitionen in Griechenland. Die entsprechenden Verträge sollten bei einem Besuch des chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Zhang Dejiang in Athen unterzeichnet werden, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf einen griechischen Regierungsbeamten. Schwerpunkt sollen demnach Investitionen in den Seeverkehr und Telekommunikation sein, auch geplant seien Verträge über den Bau von Schiffen.
Griechenland versucht derzeit, Länder mit großen Staatsfonds - wie China - als Investoren zu gewinnen, um die von der Schuldenkrise geschwächte Wirtschaft in Gang zu bringen. In Griechenland ist bereits der chinesische Großkonzern Cosco aktiv: Er hatte kürzlich für 35 Jahre den größten Hafen des Landes in Piräus übernommen. Das Unternehmen will Piräus zum größten Hafen des östlichen Mittelmeers umbauen und verspricht sich vor allem von der strategischen Stellung auf dem Weg nach Europa und zum Balkan Vorteile. Nach griechischen Regierungsangaben ist China zudem an einer Beteiligung an der Privatisierung der Staatsbahn OSE interessiert.
Griechenland ist hoch verschuldet: Es muss Schulden im Gesamtumfang von rund 300 Mrd. Euro tilgen. Die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds hatten dem Land daher Notkredite von bis zu 110 Mrd. Euro innerhalb von drei Jahren gewährt. Im Gegenzug muss das Land ein drastisches Sparpaket umsetzen, dass die Wirtschaft beeinträchtigen könnte. Zudem muss das Land einige Staatsunternehmen zumindest teilweise privatisieren.
AFP
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