Wirtschaft
Zentrale der Eurohypo im hessischen Eschborn.
Zentrale der Eurohypo im hessischen Eschborn.(Foto: dapd)

Hunderte Jobs werden gestrichen: Coba wickelt Eurohypo ab

Die Commerzbank greift bei der kriselnden Eurohypo härter durch als bislang gedacht. So fallen rund 300 der 1000 Stellen weg. Der radikale Jobabbau bei der Eurohypo hängt damit zusammen, dass vom Immobilien- und Staatsfinanzierer kaum noch etwas übrig bleibt.

Kahlschlag bei der Eurohypo: Beim kriselnden Immobilien- und Staatsfinanzierer steht angeblich nach der Eingliederung in die Commerzbank ein größerer Stellenabbau an als gedacht. Bislang war davon die Rede, dass etwa 300 der insgesamt noch 1000 Jobs bei der Tochter wegfallen. "Das dürften jetzt ein paar hundert Stellen mehr werden", sagte ein Insider. Konkrete Planungen lägen noch nicht vor. Die Commerzbank äußerte sich dazu nicht.

Die Abwicklung der Eurohypo an sich ist dagegen beschlossene Sache. Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing hat sich mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia darauf geeinigt, dass die hochdefizitäre Tochter doch nicht verkauft werden muss. Die offizielle Bekanntgabe wird für Freitag erwartet. "Wir haben eine abschließende Einigung", bekräftigte Almunia in Brüssel.   

Eigentlich hätte Blessing die ungeliebte Eurohypo bis Ende 2014 verkaufen müssen - als Gegenleistung für milliardenschwere Staatshilfen in der Finanzkrise. Doch Blessing argumentierte, das Institut sei wegen andauernder Verluste und seiner schieren Größe unverkäuflich. Almunia ließ sich nach zähen Verhandlungen darauf ein. Nun darf die Eurohypo abgewickelt werden, nur ein kleiner gesunder Rest wird an die Commerzbank angedockt. Der Name der Tochter dürfte vom Markt verschwinden. 

Allerdings muss die Commerzbank Verhandlungskreisen zufolge neue Konzessionen machen: Zukäufe sind Blessing für weitere zwei Jahre verboten, die Bilanzsumme im Konzern muss auf bis 2014 auf 600 Milliarden Euro von zuletzt noch 662 Milliarden schrumpfen.       

Commerzbank wird Klotz am Bein los

Der radikale Jobabbau bei der Eurohypo hängt damit zusammen, dass vom einstigen Branchenführer kaum noch etwas übrig bleibt. Das dürfte die pfandbrieffähige gewerbliche Immobilienfinanzierung in einem Volumen von 25 bis 30 Milliarden Euro sein - ein Zehntel der einstigen Bilanzsumme der Eurohypo. Insidern zufolge werden künftig nur noch die vier Kernmärkte Deutschland, Polen, Großbritannien und Frankreich bedient. Die weltweiten Ambitionen sind damit beerdigt. Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung macht die Eurohypo derzeit ohnehin nicht. Die Staatsfinanzierung, die zuletzt noch ein Volumen von knapp 90 Milliarden Euro hatte, ist endgültig eingestellt. Die Papiere laufen aus oder werden - etwa im Falle der Euro-Schuldenländer - auch mit Verlust verkauft.  

Auf lange Sicht wird die Commerzbank damit den größten Klotz am Bein los. Kurzfristig wird es allerdings teuer: Denn mit der Schrumpfung der Eurohypo werden weitere Abschreibungen fällig.

Offen ist noch, wo der kleine Eurohypo-Kern im Konzern angedockt werden soll. Die interne Abwicklungseinheit der Commerzbank (PRU) könnte theoretisch für den großen Eurohypo-Rest herhalten. Dort wurden schon andere toxische Papiere aus der Zeit vor der Finanzkrise bilanzschonend abgebaut. Doch inzwischen werden in der Commerzbank auch Pläne durchgespielt, die PRU bald aufzulösen und an die Investmentbank anzudocken.

Quelle: n-tv.de

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