Kleiner Geldregen für CommerzbankComdirect erzielt Rekordgewinn

Der Online-Broker Comdirect schließt das vergangene Geschäftsjahr mit einem Rekordergebnis ab. Das wirkt sich auch positiv auf die Dividende aus. Aktionäre dürfen sich über 0,56 Euro pro Aktie freuen. Dem Mutterkonzern Commerzbank beschert das eine zweistellige Millionensumme.
Das Auf und Ab an den Kapitalmärkten hat dem Online-Broker Comdirect einen Rekordgewinn beschert. Das Ergebnis vor Steuern schnellte im vergangenen Jahr um gut ein Drittel auf 108,1 Mio. Euro. Die Dividende soll auf 56 (Vorjahr: 42) Cent steigen.
Davon profitiert vor allem der Mutterkonzern: Die Commerzbank, die 80,5 Prozent an der Comdirect hält und ihre Kapitaldecke aufstocken will, bekommt allein rund 64 Mio. Euro. Angesichts einer noch vorhandenen Kapitallücke von 2,3 Milliarden Euro, die es zur Erfüllung der Anforderungen der Europäischen Bankenaufsicht zu schließen gilt, ein Tropfen auf den heißen Stein. Trotzdem trägt er dazu bei, die Commerzbank mit dem im Januar vorgestellten Plan weiter voranzubringen.
Der Nettogewinn der Comdirect ist mit 111,8 (59,6) Mio. Euro sogar höher als das Vorsteuerergebnis, nachdem Comdirect einen zehn Jahre schwelenden Steuerstreit mit dem Finanzamt um 37 Mio. Euro für sich entschieden hat.
Der Rekordgewinn hatte sich seit dem Herbst abgezeichnet: Im November hatte die Bank ein Vorsteuerergebnis von deutlich mehr als 100 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Comdirect kamen vor allem die steigenden Zinsen am Markt zugute, der Zinsüberschuss kletterte um 48 Prozent auf 150,8 Mio. Euro. Die Bank führt inzwischen 1,24 Mio. Tagesgeld- und 775.000 Girokonten. Die schwankenden Märkte trieben die 1,63 Millionen. Brokerage-Kunden vor allem seit dem Sommer zum Handeln - dennoch sank der Wert ihrer Depots. Zum Jahresende betreute Comdirect im Geschäft mit dem Privatkunden noch ein Vermögen von 24,9 Mrd. Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 26,3 Mrd.
Die Comdirect-Aktie legte auf die Nachricht hin annähernd ein Prozent zu, Commerzbank fielen wie die meisten Bankenwerte um mehr als drei Prozent.