Ausbau des ProduktspektrumsComdirect will hoch hinaus
Der Online-Broker Comdirect verzeichnet für das vergangene Jahr einen stabilen Gewinn. Vorstandschef Michael Mandel peilt für dieses Jahr einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 100 Millionen Euro an. Binnen drei Jahren will er den Gewinn auf 150 bis 170 Millionen Euro vor Steuern hochschrauben.
Der Online-Broker Comdirect peilt in diesem Jahr erstmals einen dreistelligen Millionengewinn an und will sich für mehr Kunden zur wichtigsten Bankverbindung mausern. Ein Gewinn von 100 Millionen Euro vor Steuern sei möglich, wenn die Commerzbank-Tochter ihre Kosten im Griff halte "und die Märkte ein bisschen mitspielen", sagte Vorstandschef Michael Mandel auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Das Ziel sei ehrgeizig, aber mit Rückenwind von den Börsen erreichbar, sagten auch Analysten.
Ein Sparkurs und der Kauf des Fondsvermögensverwalters Ebase haben Comdirect im vergangenen Jahr wie erwartet zu einem beinahe stabilen Gewinn von 76 (2008: 77,8) Millionen Euro vor Steuern verholfen, obwohl die Aufgabe der restlichen Filialen und der Umbau von Ebase neun Millionen Euro kosteten. Der Nettogewinn von 56,6 (57,7) Millionen Euro geht wie üblich voll an die Aktionäre, die wie im Vorjahr mit einer Dividende von 41 Cent je Aktie rechnen können. Damit fließen allein an die defizitäre Commerzbank 46,6 Millionen Euro.
Auf dem Weg zur "Erstbank"
Binnen drei Jahren will Mandel den Gewinn auf 150 bis 170 Millionen Euro vor Steuern hochschrauben. Dabei kalkuliert er mit drei (Ende 2009: 2,15) Millionen Kunden, die 50 (35,6) Milliarden Euro bei Comdirect deponiert haben sollen. Das sei auch ohne Zukäufe zu schaffen, sagte Mandel. "Aber wir können uns vorstellen, auch weiter anorganisch zu wachsen. Wir sind immer interessiert", sagte er.
Um für die Kunden zur "Erstbank" zu werden, will Mandel das Produktspektrum ausbauen. Zum Wertpapierhandel über das Internet sind bereits Giro- und Tagesgeldkonten sowie die Baufinanzierung hinzugekommen, für die Anlageberatung gegen Pauschalhonorar über das Telefon habe die Bank nach acht Wochen 500 Kunden.
Für den Herbst plant Comdirect den Einstieg in die Altersvorsorge. Die auf Fondsverwalter zugeschnittene Ebase will Comdirect zu einer Plattform ausbauen, die für Banken unter deren Logo das komplette Geschäft abwickelt.