Dienstag, 15. Dezember 2009
EM.TV, Haffa, Formel 1: Constantin erhält Millionen
Wegen diverser "unvertretbarer und existenzgefährdender" Managementfehler hat der Medienkonzern Constantin jahrelang Prozesse gegen das Managament um die Brüder Haffa der Vorgängerfirma EM.TV geführt. Die Geduld zahlt sich nun aus.
Außerordentliche Hauptversammlung zieht Schlussstrich unter jahrelange Prozesslawine.
(Foto: picture alliance / dpa)
Der Medienkonzern Constantin erhält nach einem jahrelangen Rechtsstreit 48 Mio. Euro Entschädigung für Managementfehler der Vorgänger-Firma EM.TV. Die Aktionäre sprachen sich auf einer außerordentlichen Hauptversammlung fast einstimmig dafür aus, einen Vergleich mit zwei Haftpflichtversicherungen anzunehmen, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte. Damit ziehe man einen Schlussstrich unter die jahrelangen Prozesse über Fehlinvestitionen des früheren EM.TV-Managements um die Brüder Thomas und Florian Haffa.
Die Brüder Haffa seien "ein unvertretbares und die Existenz der Gesellschaft gefährdendes Risiko eingegangen", sagte Vorstandschef Bernhard Burgener. Vor allem mit dem Einstieg in die Formel 1 hatten die früheren Börsenlieblinge des Neuen Marktes sich übernommen. Durch den überteuerten Kauf sei EM.TV ein Schaden von 148 Mio. Euro entstanden, sagte Burgener. Den ausgehandelten Vergleich bezeichnete er angesichts des Schadens als angemessen und fair.
Mini-Dividende 2009
Mit den Einnahmen aus dem Rechtsstreit will sich das Unternehmen nach Verlusten in diesem Jahr in die schwarzen Zahlen retten. Die 48 Mio. Euro Entschädigung würden dringend gebraucht, sagte Burgener. Auch dadurch könne für 2009 vermutlich eine Dividende von 4 bis 6 Cent pro Aktie bezahlt werden.
Constantin Medien war aus einer Dreier-Allianz der Medienfirma EM. Sport, der Filmfirma Constantin und der Schweizer Highlight Communications hervorgegangen. Der Umsatz des neuen Konzerns mit rund 1.000 Beschäftigten stieg infolge der Verschmelzung bis Ende September um mehr als 130 Mio. Euro auf 356,3 Mio. Euro.
dpa
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