Hochzinsanleihe geplantConti-Aktien platziert
Continental hat die letzten Aktien seiner Kapitalerhöhung an den Mann gebracht. Für weiteres frisches Kapital soll eine Hochzinsanleihe sorgen. Der Kurs der Conti-Titel gerät unter Druck.
Der hoch verschuldete Autozulieferer Continental hat alle Aktien aus seiner Kapitalerhöhung an den Mann gebracht. Das teilte das Unternehmen mit. Neben 24,55 Miio. neuen Aktien zum festgelegten Bezugspreis von 35 Euro pro Aktie seien die übrigen 6,45 Mio. Papiere zu einem Preis von 40 Euro pro Aktie platziert worden. Damit ergebe sich ein leicht erhöhter Bruttoemissionserlös von rund 1,1 Milliarden Euro.
Nach einer langen Hängepartie hatte der Autozulieferer in der vorigen Woche die Kapitalerhöhung bekannt gegeben. Damit will Conti seine Schulden aus der Übernahme von Siemens VDO abbauen. Das Unternehmen steht derzeit mit rund 9,5 Mrd. Euro in der Kreide. Die Kapitalerhöhung ist Teil eines Pakets, das die Finanzierung der Conti sichern soll. Dazu gehört auch eine Umschuldung. Im August 2010 wird eine Kredittranche von 3,5 Mrd. Euro fällig.
Der Entscheidung über eine Kapitalerhöhung war ein monatelanger Streit zwischen Conti und Großaktionär Schaeffler vorausgegangen. Schaeffler hatte befürchtet, dass der Anteil an der Conti zu stark verwässert werden könnte. Das Familienunternehmen aus Herzogenaurach behält nun aber auch nach der Kapitalerhöhung die Kontrolle über Conti - mit einem Anteil von 75,1 Prozent.
Dividende nicht vor 2012
Continental wird wohl frühestens für das Geschäftsjahr 2011 wieder eine Dividende zahlen können. Es sei wahrscheinlich, dass Continental auch für das laufende Jahr 2010 nichts an die Aktionäre ausschütten werde, heißt es in dem Prospekt für die Kapitalerhöhung. Dass es für 2009 keine Dividende geben würde, war angesichts der hohen Verschuldung und der Finanzlage ohnehin klar. Continental hatte zuletzt für 2007 zwei Euro je Aktie ausgeschüttet. "Die Gesellschaft ist möglicherweise nicht in der Lage, bis August 2012 Dividenden zu zahlen", heißt es in dem Prospekt weiter.
Die Dividenden sind bis 2012 durch den Konsortialvertrag zum Einstieg von Schaeffler beschränkt. Conti darf bis dahin maximal pro Jahr so viel ausschütten wie für 2007 - damals 323 Mio. Euro. Zudem müsse dem hannoverschen Konzern trotz der Dividende ausreichend Liquidität für das laufende Geschäft bleiben. Damals war befürchtet worden, dass das fränkische Familienunternehmen Continental zu viel Geld entziehen könnte, um den Kaufpreis zu refinanzieren. Danach aber gerieten beide Unternehmen zugleich in die Finanz- und Wirtschaftskrise.
Hochzinsanleihe geplant
Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart sieht sich ermutigt, nun eine Hochzinsanleihe anzugehen, die in den nächsten Monaten begeben werden soll, um einen weiteren Teil der Schulden von 11 Mrd. Euro abzulösen. "Das Vertrauen der Anleger bestärkt uns gleichzeitig in unseren Plänen, als nächsten Schritt die Verbesserung des Laufzeitenprofils der Finanzverbindlichkeiten ebenso zielstrebig anzugehen wie die vorangegangenen Prozesse", erklärte Degenhart. Finanzkreisen zufolge könnte das Papier rund zwei Milliarden Euro schwer sein.
Der Kurs der Conti-Aktie, der im Zuge der Kapitalerhöhung bis auf 48,24 Euro gestiegen war, geriet weiter unter Druck und fiel zeitweise um 5,7 Prozent auf 42 Euro.