Mittwoch, 06. Januar 2010
Schuldenberg soll kleiner werden: Conti bekommt frisches Geld
Der Autozulieferer Continental beschafft sich mehr als eine Milliarde frisches Kapital. Der Aufsichtsrat stimmt der Ausgabe neuer Aktien zu.Der hochverschuldete Autozulieferer Continental hat nach langem Hin und Her seine milliardenschwere Kapitalerhöhung beschlossen. Mit dem erwarteten Bruttoemissionserlös von rund 1,085 Milliarden Euro will der von Schaeffler kontrollierte Hannoveraner Konzern seine Schuldenlast durch den Erwerb von Siemens VDO mildern.
Insgesamt würden 31 Mio. neue Aktien zum Bezugspreis von 35 Euro das Stück ausgegeben, teilte Conti mit. Das habe der Vorstand mit Billigung des Aufsichtsrats am Abend beschlossen. Dadurch werde sich das Grundkapital um nominell 79,36 Mio. Euro auf 512 Mio. Euro erhöhen. Mit Abschluss des Bezugsangebots werde der Familienkonzern Schaeffler voraussichtlich insgesamt 75,1 Prozent am erhöhten Grundkapital der Continental AG halten. Der selbst hochverschuldete Wälzlagerhersteller, der an der Kapitalerhöhung nicht teilnimmt, hatte jüngst deutlich gemacht, dass er eine Verwässerung seiner Anteile von derzeit knapp 90 Prozent auf unter 75,1 Prozent ablehnt. Er fürchtet, sonst später keinen Gewinnabführungsvertrag abschließen zu können.
Ein Bankenkonsortium unter Führung von Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan Securities hat sich Conti zufolge dazu verpflichtet, sämtlich 31 Mio. neue Conti-Aktien zu übernehmen. Davon habe das Konsortium bereits rund drei Viertel in Form einer Privatplatzierung an wenige ausgewählte institutionelle Investoren weitergereicht. Die verbleibenden Aktien sollen im Anschluss an die Billigung des Wertpapierprospektes in Form eines "Accelerated Bookbuilt Offering" (ABO) platziert werden. Die Altaktionäre könnten voraussichtlich vom 12. bis einschließlich 25. Januar ihre Bezugsrechte ausüben und zwei neue Aktien für je elf alte Aktien beziehen.
rts
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